Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Zustand der USA unter Präsident Donald Trump ungewöhnlich scharf kritisiert. Beim Katholikentag in Würzburg erklärte der CDU-Politiker, er würde seinen Kindern derzeit «nicht mehr empfehlen», in die Vereinigten Staaten zu gehen, dort zu studieren oder zu arbeiten.
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«Ich bin ein grosser Bewunderer Amerikas. Meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu», sagte Merz. Zur Begründung verwies er auf ein verändertes gesellschaftliches Klima in den USA. Der Kanzler, der zwischen 2009 und 2019 Vorsitzender der Atlantik-Brücke war, hatte US-Präsident Trump bereits in den vergangenen Monaten mehrfach kritisiert. Aus dem Umfeld Trumps war daraufhin scharfe Kritik an Merz laut geworden. Auch Trump selbst hatte sich abfällig über den deutschen Regierungschef geäussert.
Auf die Aussagen reagierte der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, umgehend. In einem Beitrag auf der Plattform X bezeichnete er Merz als einen «Anführer ohne Strategie». Ungeachtet der Spannungen telefonierte Merz nach eigenen Angaben am Freitag mit Trump während dessen Rückreise aus China. Der Kanzler machte das Gespräch selbst auf X öffentlich.
Bei seinem Auftritt in Würzburg sprach Merz auch über innenpolitische Probleme der schwarz-roten Koalition. «Zur Demokratie gehört Streit», sagte er. Zugleich räumte er ein, dass die Regierung derzeit womöglich «zu viel streite und zu wenig Ergebnisse» liefere. Bis zur Sommerpause wolle die Koalition ein gemeinsames Reformpaket zu Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau verabschieden. In den vergangenen Wochen war es jedoch wiederholt zu Konflikten innerhalb der Regierung gekommen.
Merz verteidigte zudem seine Aussagen zur Arbeitsmoral in Deutschland. Niemand in der CDU habe die Menschen im Land als «faul» bezeichnet. Gleichzeitig erklärte er, Deutschland müsse mehr leisten, um seinen Wohlstand zu erhalten. «Wenn wir diesen Wohlstand erhalten wollen, den wir heute haben, müssen wir dazu nicht vielleicht alle gemeinsam die Ärmel aufkrempeln und ordentlich was tun?», sagte der Kanzler.
Der CDU-Politiker räumte ausserdem Kommunikationsprobleme ein. Er beschäftige sich zunehmend mit der Frage, warum es ihm nicht gelinge, die Menschen ausreichend zu erreichen. Laut jüngstem ARD-Deutschlandtrend sind nur noch 13 Prozent der Bürger mit der Bundesregierung zufrieden. Die persönlichen Zustimmungswerte für Merz liegen demnach bei 16 Prozent.