Die EU-Kommission streicht der Biennale von Venedig einen Zuschuss von zwei Millionen Euro wegen der geplanten Rückkehr Russlands zur Kunstausstellung. Ein Sprecher der Kommission erklärte, die Stiftung habe 30 Tage Zeit, ihre Entscheidung zu verteidigen. Zuvor hatte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas erklärt: «Russlands Rückkehr zur Biennale von Venedig ist moralisch falsch, und die EU beabsichtigt, ihre Finanzierung zu kürzen.»
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Hintergrund ist die Teilnahme Russlands an der 61. Ausgabe der internationalen Kunstschau, die am 9. Mai eröffnet wird. Es wäre das erste Mal seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022, dass das Land wieder offiziell vertreten ist. Die EU begründet ihren Entscheid mit dem Krieg: Während Russland ukrainische Kultur zerstöre, solle es sich nicht gleichzeitig auf einer internationalen Plattform präsentieren.
Die Leitung der Biennale von Venedig weist die Kritik zurück. In einer Stellungnahme betont sie, man sei «nicht befugt, ein Land von der Teilnahme auszuschliessen». Die Biennale verstehe sich als Ort des Dialogs und der künstlerischen Freiheit. Jedes von Italien anerkannte Land könne teilnehmen, insbesondere da Russland Eigentümer seines Pavillons in den Giardini sei.
Bereits in den vergangenen Ausgaben blieb der russische Pavillon ungenutzt: 2022 zogen sich Künstler aus Protest zurück, 2024 wurde das Gebäude Bolivien überlassen. Zuletzt regulär vertreten war Russland 2019.
An der diesjährigen Ausstellung beteiligen sich 99 Staaten mit nationalen Pavillons.