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«Es ist Europas Krieg»: Ehemaliger US-Sicherheitsberater Bolton hält Zurückhaltung europäischer Staaten im Iran-Konflikt für kurzsichtig

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«Es ist Europas Krieg»: Ehemaliger US-Sicherheitsberater Bolton hält Zurückhaltung europäischer Staaten im Iran-Konflikt für kurzsichtig
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John Bolton fordert eine stärkere europäische Beteiligung am Konflikt mit dem Iran und begründet dies mit direkten Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen Europas. Der frühere nationale Sicherheitsberater von Donald Trump sagte dem Podcast «Brussels Playbook Week Ender» von Politico, Europa mache einen strategischen Fehler, wenn es den Krieg als rein amerikanisch-israelische Angelegenheit betrachte. «Es ist falsch zu sagen, das sei nicht Europas Krieg. Es ist Europas Krieg», erklärte Bolton am Rande des Copenhagen Democracy Summit.

Liselotte Sabroe/AP Photo/Keystone
John Bolton am Copenhagen Democracy Summit in Kopenhagen
Liselotte Sabroe/AP Photo/Keystone

Bolton argumentiert dabei vor allem mit Europas geografischer Nähe zum Nahen Osten und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von stabilen Handels- und Energierouten im Persischen Golf. Eine Eskalation rund um den Iran hätte nach seiner Darstellung unmittelbare Folgen für Europa: steigende Energiepreise, neue Flüchtlingsbewegungen, Risiken für die Schifffahrt sowie eine weitere Destabilisierung der Nato-Peripherie. Europa könne sich deshalb nicht hinter einer Zuschauerrolle verstecken.

Zugleich wirft Bolton mehreren europäischen Regierungen politische Kurzsichtigkeit vor. Besonders scharf griff er Spanien an, nachdem Madrid amerikanische Militärstützpunkte nicht für Operationen im Konflikt nutzen wollte. Spaniens Aussenminister José Manuel Albares hatte erklärt, Europa müsse unabhängiger von den USA werden und dürfe sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen. Bolton widersprach offen: «Er liegt falsch.» Die Vorstellung, Europa könne sich militärisch von den USA lösen und gleichzeitig grosse geopolitische Krisen eigenständig bewältigen, hält er für unrealistisch.

Der frühere Uno-Botschafter verbindet den Iran-Krieg zudem mit der globalen Machtkonkurrenz gegen Russland und China. Europa konzentriere sich zu stark auf den Ukraine-Krieg, unterschätze aber Chinas Unterstützung für Moskau sowie die strategische Rolle Irans als Verbündeter Russlands und Pekings. Der Konflikt am Golf sei deshalb Teil eines grösseren geopolitischen Machtkampfs. Bolton warnte davor, Europa denke häufig «nicht über den Nordatlantik hinaus».

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