Die USA und der Iran verhandeln offenbar über eine weitreichende Rahmenvereinbarung, die eine Lockerung der Spannungen im Nahen Osten und eine schrittweise Normalisierung der Beziehungen ermöglichen könnte. Das berichtet die iranische Nachrichtenagentur Mehr.
Demnach sieht das Papier die Aufhebung zentraler US-Sanktionen gegen die Islamische Republik vor. Betroffen wären insbesondere die iranische Ölindustrie sowie eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland. Zudem soll die von den USA verhängte Seeblockade iranischer Häfen beendet werden.
Jim Lo Scalzo/EPA/Keystone
Als weiterer Bestandteil der Vereinbarung ist laut Mehr die Wiederöffnung der Strasse von Hormus vorgesehen. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Energierouten der Welt; durch sie wird ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Eine dauerhafte Öffnung der Wasserstrasse könnte die Lage auf den internationalen Energiemärkten spürbar entspannen.
Der Entwurf sieht darüber hinaus einen Rückzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region um den Iran vor. Weitere Details zu Umfang und Zeitplan eines möglichen Truppenabzugs wurden zunächst nicht bekannt.
Nach Angaben der Agentur sollen sich die abschliessenden Verhandlungen vor allem auf das iranische Atomprogramm sowie wirtschaftliche Fragen konzentrieren. Das Raketenprogramm Teherans, das seit Jahren zu den zentralen Streitpunkten zwischen dem Iran und westlichen Staaten gehört, soll ausdrücklich nicht Gegenstand der laufenden Gespräche sein.
Der Entwurf muss nach iranischen Angaben noch von den zuständigen Regierungsstellen geprüft und endgültig verabschiedet werden. Ob und wann eine Unterzeichnung erfolgen könnte, ist offen.