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Eisbrecher: Libanon und Israel setzen heute ihre Gespräche fort. Nach Jahrzehnten der Feindschaft. Diplomatisches Zwischenspiel oder Anfang einer neuen Ära?

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Eisbrecher: Libanon und Israel setzen heute ihre Gespräche fort. Nach Jahrzehnten der Feindschaft. Diplomatisches Zwischenspiel oder Anfang einer neuen Ära?
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«Historisch» ist ein inflationärer Begriff. In diesem Fall ist er angebracht.

Vertreter Israels und des Libanon wollen sich heute zu vertieften Gesprächen treffen. Dies kündigte US-Präsident Trump auf Truth Social an. «Es ist schon lange her, dass die beiden Staatschefs miteinander gesprochen haben – etwa 34 Jahre», schreibt Trump in einer knappen Botschaft.

SALWAN GEORGES / POOL / KEYSTONE
US-Präsident Trump mit König Willem-Alexander vor dem Weissen Haus (Symbolbild)
SALWAN GEORGES / POOL / KEYSTONE

Die Ankündigung folgte auf ein trilaterales Treffen in Washington zwischen Vertretern der USA, Israels und des Libanon am Dienstag, das erste bedeutende Gespräch auf hoher Ebene seit 1993.

Die libanesische Botschafterin Nada Moawad bezeichnete das Treffen vom Dienstag als «konstruktiv». Ihr israelischer Amtskollege Yechiel Leiter erklärte, beide Länder stünden «auf derselben Seite», insbesondere was die Notwendigkeit angehe, «den Libanon von der Hisbollah zu befreien».

Die libanesische Regierung habe einen «starken Willen» zur Entwaffnung der Hisbollah zum Ausdruck gebracht, so Leiter weiter. Und er merkte an, dass sowohl die Hisbollah als auch der Iran «drastisch geschwächt» seien, was eine einzigartige «Chance» für den Frieden schaffe.

Israel und der Libanon befinden sich formal seit 1948 im Kriegszustand.

Haupthindernis für eine Annäherung ist die Terrormiliz Hisbollah, die vom iranischen Regime alimentiert und militärisch unterstützt wird. Sie formierte sich während des libanesischen Bürgerkriegs in den 1980er Jahren. Die Hisbollah steht nicht nur einer Aussöhnung zwischen dem Libanon und Israel im Weg. Sie ist eine eminente Bedrohung für die innere Stabilität im Zedernstaat.

Seit vierzig Jahren führt sie mitten aus Zivilgebieten im Süden des Libanon einen Krieg gegen Israel und hat Zehntausende Raketen auf israelische Wohngebiete abgefeuert. Israel hat mehrmals versucht, mit Militärschlägen und Bodeninvasionen die Miliz zu dezimieren. Dabei kam eine Grosszahl an Zivilisten ums Leben.

Die Hisbollah folgt einer zentralen Devise: Zerstörung Israels. Nicht überraschend also, dass sie Annäherungsversuche verdammt. Sie bezeichnet die Gespräche als «nationalen Sündenfall» und wirft der libanesischen Regierung vor, ihr in den Rücken zu fallen.

Sind die heutigen Gespräche bloss diplomatisches Zwischenspiel oder Anfang einer neuen bilateralen Ära?

Fest steht, Trumps Krieg gegen das Regime des Iran setzt Kräfte frei, welche das Potenzial haben für eine epochale Neuordnung der Region.

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