In einem Gespräch auf Rossija 24 liefert der einflussreiche russische Politikwissenschaftler und Stratege Sergei Karaganow eine radikale Analyse der aktuellen Weltlage. Er sagt, dass die EU «wahnsinnig» geworden sei und gestoppt werden müsse.
Westeuropa sei von jeher eine Quelle globaler Konflikte gewesen und habe nun unter der Führung der USA erneut einen Krieg gegen Russland entfesselt. Karaganow ist überzeugt, dass ein neuer Weltkrieg bereits begonnen hat, wobei die europäischen Eliten moralisch und politisch bankrott seien und durch militärische Hysterie von ihrem eigenen Versagen abzulenken versuchten.
Dmitri Beliakov
Angesichts dieser Bedrohung fordert Karaganow eine drastische Verschärfung der russischen Militärstrategie und eine Abkehr von bisherigen «roten Linien». Er schlägt vor, einen Oberbefehlshaber für den europäischen Kriegsschauplatz zu ernennen, der die ausdrückliche Vollmacht und Verpflichtung zum Einsatz von Atomwaffen erhält, sollte der Feind nicht zurückweichen.
Die russische Militärdoktrin müsse dahingehend geändert werden, dass Kernwaffen gegen demografisch und wirtschaftlich überlegene Gegner eingesetzt werden können. Er warnt davor, dass die Zeit dränge, da die EU-Propaganda bereits das Ausmass der Hitler-Ära übersteige und die Bevölkerung zunehmend indoktriniert werde.
Gleichzeitig verlangt er eine radikale innere Säuberung Russlands von westlich orientierten Kräften, deren Gesinnung er als Zeichen von geistiger Korruption und Landesverrat einstuft. Russland müsse seine über hundertjährige «europäische Reise» beenden und sich stattdessen als eigenständige eurasische Zivilisation mit tiefen Wurzeln im Osten und Süden begreifen.
Die EU wird von ihm als «Geschwür» bezeichnet, das man entweder isolieren oder notfalls physisch zerstören müsse, um einen weltweiten thermonuklearen Krieg zu verhindern. Ziel dieser Politik müsse es sein, in den europäischen Eliten wieder echten Terror zu säen, da diese jede Vernunft und Angst verloren hätten.