Elisabeth Schneider-Schneiter hat schon früh klargemacht, wie genau sie die EU-Verträge lesen wird. Vor deren Veröffentlichung schrieb die Mitte-Nationalrätin auf X: «Hand aufs Herz: Wer liest die Vertragstexte tatsächlich? Entscheidend ist nicht, ob man 1500+ Seiten gelesen hat – sondern ob man bereit ist, sich sachlich und lösungsorientiert mit der Zukunft der Schweiz in Europa auseinanderzusetzen.»
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Ganz offensichtlich hat Schneider-Schneiter nicht nur keine Lust zum Lesen. Auch schreiben und reden mag sie nicht – jedenfalls nicht in eigenen Worten. So hat sie in ihrer Rede beim Sommerapéro der Handelskammer beider Basel (HKBB) jüngst gesagt (Zitat aus dem Bericht der BZ Basel):
«Eine enge Zusammenarbeit mit der EU ist eine Rückversicherung in einer unberechenbaren Welt.» Wer das nicht wenigstens in Betracht ziehe, habe aus dem Zolldebakel mit Trump nichts gelernt.
Diese Formulierung hat aber nicht die Mitte-Nationalrätin kreiert. Sie hat den talking point eins zu eins von NZZ-Chefredaktor Eric Gujer übernommen. Dieser hatte in einem Kommentar zum Zollstreit geschrieben:
«Eine enge Zusammenarbeit mit der EU ist eine Rückversicherung in einer unberechenbaren Welt. Wer das nicht wenigstens in Betracht zieht, hat aus dem Debakel mit Trump nichts gelernt.»
Dass man bestimmte Aussagen wortwörtlich übernimmt und sich zu eigen macht, kann vorkommen in den unzähligen Diskursen, die Politiker führen. Wenn man es derart spezifisch und präzise macht, sollte man indes auf den eigentlichen Urheber, die Quelle, verweisen.
Zum Glück ist Politik keine exakte Wissenschaft. Sonst müsste sich Schneider-Schneiter den Vorwurf des Plagiats gefallen lassen. So erweckt sie lediglich den Eindruck, sich denkfaul mit fremden Worten zu schmücken.