Der Bayerische Rundfunk (BR) hat eine Ausgabe des ARD-Magazins «Klar» nachträglich verändert und Teile daraus entfernt. Dies berichtet Apollo News. Betroffen ist eine von Julia Ruhs um 7.30 Uhr moderierte Sendung mit dem Titel «Wo der Islamismus Deutschland unterwandert», aus der rund 31 Sekunden herausgeschnitten wurden.
Screenshot BR
Die Änderungen betreffen insbesondere eine Passage mit Schülern einer Schule in Berlin-Neukölln. In der ursprünglich rund 31 Minuten langen Fassung waren Kinder auf einem Schulhof zu sehen. In der aktuell verfügbaren Version fehlt dieser Abschnitt. Zudem wurden visuelle Anpassungen vorgenommen: In einer Szene mit einem «Friedenslied» sind die Gesichter der Kinder nun verpixelt. Die Gesamtlänge der Sendung verkürzte sich von 31 Minuten und 4 Sekunden auf 30 Minuten und 33 Sekunden.
Auslöser für die nachträglichen Änderungen waren laut Bericht Beschwerden mehrerer Eltern. Diese kritisierten eine verzerrte Darstellung der Situation an der Schule. Trotz zuvor unterzeichneter Einverständniserklärungen für Film- und Tonaufnahmen äusserten sie nachträglich Einwände gegen die Ausstrahlung.
Mehrere Mütter warfen der Redaktion vor, ihre Kinder in einen «populistischen Kontext» gestellt zu haben. Eine Mutter wird mit den Worten zitiert: «Ich bin bedrückt und wütend, es macht mich betroffen.» Eine weitere erklärte, sie habe ihre Zustimmung unter anderen Voraussetzungen gegeben: «Von der Schule wurde uns gesagt, der Beitrag sei über Diversität an Neuköllner Schulen.»
Im Zentrum der Kritik steht eine Passage über Konflikte während des Ramadan. Dabei soll es zu Auseinandersetzungen zwischen Schülern gekommen sein. Eltern und Schule widersprachen dieser Darstellung in der gezeigten Form und verwiesen darauf, dass frühere Probleme inzwischen gelöst worden seien.