SP-Nationalrätin Jacqueline Badran hat ihren Parteikollegen Rudolf Strahm kritisiert und dessen Aussagen zur Zuwanderung zurückgewiesen. «Es ist absolut inakzeptabel für einen Sozialdemokraten, dass er diese Politik ansatzweise unterstützt», sagte Badran in einem Interview mit den Zeitungen von CH Media.
Strahm sei «der SVP total auf den Leim gegangen», erklärte sie weiter. «Ich habe null Verständnis dafür.» Er übernehme Argumentationsmuster der SVP und «plappert die von Bigotterie geprägten Geschichten der SVP nach». Besonders kritisierte Badran, dass Strahm im Zusammenhang mit Zuwanderung stark auf den Asylbereich fokussiere. «Dabei macht die Arbeitsmigration den grossen Teil der Zuwanderung aus.»
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Badran warf Strahm zudem vor, eine «Sündenbockgeschichte» zu bedienen. «Die Zuwanderung ist schuld an den hohen Mieten. Die Zuwanderung ist schuld an überfüllten Zügen», sagte sie. Diese Darstellung sei «nachweislich falsch». Es sei «absolut inakzeptabel», dass ein Sozialdemokrat solche Positionen vertrete.
Auch Strahms Einschätzung zur sogenannten 10-Millionen-Schweiz-Initiative wies sie zurück. «Auch das ist falsch», sagte Badran. Die Vorschläge zielten aus ihrer Sicht faktisch auf eine Rückkehr zu Kontingenten ab. «Natürlich sagt die SVP nicht: Wir wollen die Väter von ihren Kindern trennen», erklärte sie, «aber das steckt hinter der Initiative.»
Zudem widersprach Badran der Darstellung, die SP tue zu wenig für den Lohnschutz. «Das ist doch irr!», sagte sie. Strahm verkenne zentrale Errungenschaften wie die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit.