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Die Weltwoche

Ticker: SRG-Halbierungsinitiative

24.02.2026
Marcel Odermatt

Marcel Odermatt

Sanija Ameti schwingt SRG zur Säule «unserer Demokratie» empor – drunter geht’s nicht

«Die SRG ist die Hardware, auf der unsere Demokratie läuft», sagt Sanija Ameti, als würde sie ein Naturgesetz verkünden.

Die Ex-GLP-Politikerin, bislang Zürcher Gemeinderätin (zu den Wahlen Anfang März tritt sie nicht mehr an) und Ex-Co-Präsidentin der Operation Libero, erhebt damit den milliardenschweren, gebührenfinanzierten Senderverbund zur unentbehrlichen Säule des politischen Systems – so, als hinge die gesamte direkte Demokratie von diesem einen, staatlich privilegierten Konzern ab.

In diesem hitzigen Abstimmungskampf wird von Seiten der SRG-Anhänger seit Wochen hemmungslos übertrieben: Die einen malen den Untergang der Demokratie aus, die anderen stellen jede Kritik an der SRG als feindlichen Angriff auf den Staat dar – doch Ameti toppt nun alle mit ihrer technokratischen Metaphorik. Indem sie die SRG zur «Hardware» hochstilisierte, degradiert sie Bürger, Parlamente, Parteien, private Medien und die gesamte übrige Öffentlichkeit zur austauschbaren «Peripherie» eines monopolartigen Kerns, der angeblich alles am Laufen hält.

Gerade dieser sakrale Anspruch könnte sich für die SRG als schwerer Bumerang erweisen. Je mehr Verteidiger wie Ameti den Eindruck erwecken, nur ihr Sender garantiere Wahrheit, Vernunft und demokratischen Zusammenhalt, desto mehr Bürger dürften sich fragen: Werden wir hier ernst genommen oder politisch pädagogisiert und für dumm verkauft? Ist unsere Mündigkeit und Medienkompetenz wirklich auf die Gnade eines einzigen, gebührenabhängigen Giganten angewiesen?

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21.02.2026
David Biner

David Biner

«Arena»-Moderator Sandro Brotz handzahm mit seiner Chefin: SRG-Direktorin Susanne Wille weicht Weltwoche-Recherche aus und kommt damit davon

Links, linker, SRG: Mehr als 75 Prozent der SRF-Journalisten stehen gemäss Eigendeklaration politisch links, Sandro Brotz dürfte mit grosser Wahrscheinlichkeit zu dieser überwältigenden Mehrheit gehören. Unvergessen das Kreuzverhör des SRF-Starjournalisten mit Thomas Aeschi.

Brotz mutierte vom Moderator zum Richter und wollte den SVP-Fraktionschef als Rassisten «verurteilen». Die Unabhängige Beschwerdeinstanz hielt später fest, dass die Redaktion die «journalistische Sorgfaltspflicht verletzt» habe. Das war vor vier Jahren, Brotz dürfte seither nicht weniger links geworden sein, dafür im Stil etwas konzilianter.

Geradezu handzahm ging der Moderator in der Abstimmungs-«Arena» vom Freitag mit SRG-Direktorin Susanne Wille um. Es ging um die SRG-Initiative, die die Zwangsgebühren pro Haushalt auf 200 Franken reduzieren und für Unternehmen abschaffen will. Brotz hat sich zwar sichtlich Mühe gegeben, sich trotz seiner naturgemässen Befangenheit objektiv zu geben – was ihm bei seiner Chefin jedoch misslang.

Brotz konfrontierte Wille mit der Weltwoche-Recherche, wonach die SRG gegenüber potenziellen Finanzinvestoren klarmachte, dass man auch bei einem Ja zur Initiative und mit einem entsprechend kleineren Budget in der Lage sein werde, den «verfassungsrechtlichen Auftrag im Rahmen der Konzession weiterhin zu erfüllen».

So steht es auf der entsprechenden Investoren-Präsentation der SRG, auf die sich die Weltwoche bei ihrer Recherche bezieht und die Brotz und sein «Arena»-Team verdankenswerterweise bei der Sendung gross eingeblendet haben, nur: Susanne Wille ging gar nicht darauf ein und wich aus.

Sie sei bei der Präsentation vor Investoren dabei gewesen und wisse, was sie gesagt habe, so Wille. Sie sei deshalb froh, «wenn ich Fakten richtigstellen kann». Doch statt einer «Richtigstellung» kamen nichtssagende Floskeln. Man habe klar gesagt, dass «eine Halbierung vom Budget» grosse finanzielle Einbussen bedeuten würde und man dann nicht mehr das gleiche Programm wie heute machen könne, sagte Wille – was ja bis heute von niemandem bestritten wird.

Dass Susanne Wille die Stimmbevölkerung davor warnt, mit einem Ja zur 200-Franken-Initiative die SRG «kaputt» zu machen, während sie hinter verschlossenen Türen gegenüber Finanzinvestoren genau das Gegenteil sagt – diesen Widerspruch in ihrer Kommunikation musste sie nicht erklären. Sandro Brotz insistierte nicht, liess seine Chefin damit davonkommen. Die kritische und objektive Distanz am Leutschenbach kann je nach Thema und Personen sehr stark variieren.

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14.02.2026
Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Befreiung durch die Pension: Der frühere SRF-Wirtschaftsredaktor Reto Lipp hat seine politische Neutralität an den Nagel gehängt

Nathalie Wappler, zurücktretende Chefin des Deutschschweizer Radios und Fernsehens SRF, hat die pensionierten SRF-Mitarbeiter hausintern aufgefordert, sich lautstark gegen die SRG-Halbierungsinitiative vom 8. März einzusetzen. Bei den heute angestellten Radio- und Fernsehmachern gehe das eben nicht…

Einer, der die Anregung seiner früheren Vorgesetzten ausgiebig nachkommt, ist Reto Lipp, ehemals Wirtschaftsredaktor des Schweizer Fernsehens. Mittlerweile in Pension, kann er auf der Plattform X befreit aufspielen und muss seine politische Überzeugung nicht mehr verbergen.

«Wenn Oligarchen die Medien beherrschen», warnt beispielsweise der einstige Öffentlich-Rechtliche, und hat überhaupt eine neidgetriebene liebe Mühe mit den «Superreichen». So repostete Reto Lipp ein Bild, auf dem einige fröhliche Herren mit Banknoten zocken, und dazu den Text: «Wenn Reiche die Medien bestimmen, werden die Nachrichten käuflich.»

Die ebenso privaten wie reichen Verleger Coninx, Ringier, Wanner und viele andere werden sich freuen zu vernehmen, dass sie bloss «käufliche Nachrichten» verbreiten. Im Übrigen nützt die Halbierungsinitiative den Reichen kaum, denn diese können sich die 335 Franken Zwangsgebühren problemlos leisten. Profitieren von der Gebührensenkung um 135 Franken würden im Gegenteil jene Haushalte, die auf jeden Franken schauen müssen.

Reto Lipp begeistert sich auch über ein schlecht gemachtes KI-Bild von Christoph Blocher, wonach sich dieser über die SRG-Halbierung freue: Er habe ja schon «rund 30 lokale Zeitungen». Und er zitiert Ems-Chefin Magdalena Martullo mit einer Kritik an US-Präsident Donald Trump und der Zusatzbemerkung: «Spät kommt die Erkenntnis, aber sie kommt. Strahlt sicher auf die Weltwoche aus…» Mittlerweile gehört es offenbar auch zum Pflichtenheft eines pensionierten SRGlers, der Weltwoche am Zeug herumzuflicken.

Seinen früheren obersten Chef, Medienminister Albert Rösti, verbreitet Reto Lipp auf einem Bild mit der Überschrift «Öl- & Gas-Lobby in Feierlaune». Einzelne Wortmeldungen lassen auch am wirtschaftlichen Sachverstand dieses Wirtschaftsspezialisten zweifeln.

Ihm gefällt beispielsweise die Behauptung, Christoph Blocher wäre erledigt gewesen, wenn die AHV ab dem Jahr 2000 seinem Rat gefolgt wäre, in den Aktienmarkt zu investieren. In Wahrheit hat der Aktienmarkt seit 2000 insgesamt eine stark positive Entwicklung genommen und insbesondere seit 2010 ein massives Wachstum verzeichnet, getrieben durch den Technologiesektor und eine lockere Geldpolitik.

Man möchte dem ehemaligen SRF-Journalisten mehr Musse zum Nachdenken gönnen. Denn auch für Reto Lipp gilt: Die Pension ist die begehrteste aller Alterserscheinungen.

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12.02.2026
Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Beanstandung der SRF-Sendung «Echo der Zeit»: Der Beitrag über tiefe Steuern und hohe Mieten im Kanton Schwyz wirft Fragen auf

Bild: CHRISTIAN BEUTLER / KEYSTONE

Der Schwyzer Kantonsrat Jan Stocker (SVP) beanstandet bei der SRF-Ombudsstelle einen Beitrag in der Politsendung «Echo der Zeit» von Radio SRF. Dort wurde am 6. Februar berichtet, die tiefen Steuern seien der Haupttreiber für die steigenden Mieten im Kanton Schwyz. Als Politiker befragt wurde ausschliesslich der kantonale SP-Fraktions-Präsident; bürgerliche Stimmen oder jene der Kantonsregierung, welche die Steuerpolitik verantwortet, fehlten gänzlich. Als einziger externen Experte trat Donato Scognamiglio von der Universität Bern auf, der die SRF-These im Wesentlichen stützte. Unwidersprochen blieb so die SRF-Behauptung, Schwyz sei aufgrund der tiefen Steuern «auf dem besten Weg, ein zweites Zug zu werden».

In Wahrheit ist Schwyz überhaupt kein Sonderfall, sondern Teil eines schweizweiten Trends. Haupttreiber für die steigenden Miet- und Immobilienpreise ist auch dort das Bevölkerungswachstum. Wer wie die Sendung «Echo der Zeit» dafür primär die Tiefsteuerpolitik verantwortlich macht, liegt falsch. Der entscheidende Treiber ist das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum: Mehr Menschen bedeuten mehr Nachfrage nach Wohnraum. Wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, steigen Preise und Mieten – unabhängig davon, ob Steuern sinken oder nicht.

Genau diese Einordnung fehlte im SRF-Beitrag «Tiefe Steuern und hohe Mieten». Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt in vielen Regionen der Schweiz zu, weil unser Land seit Jahren stark wächst. In seiner Beanstandung zeigt Kantonsrat Jan Stocker auf: Der Kanton Schwyz wächst im Vergleich zur Gesamtschweiz überdurchschnittlich, baut aber ebenfalls überdurchschnittlich viel – im Schnitt rund 900 neue Wohnungen pro Jahr. Dennoch liegt die Leerwohnungsziffer seit Jahren konstant unter dem Schweizer Durchschnitt.

Je tiefer die Leerwohnungsziffer, desto knapper ist das verfügbare Angebot – die logische Folge sind steigende Mieten und Immobilienpreise. Und das seit Jahren, nicht erst seit den letztjährigen Steuerfusssenkungen. Hinzu kommt: Schwyz ist seit langem attraktiv – aufgrund seiner geografischen Lage, der Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich, der hochwertigen Naherholungsgebiete und einer freiheitlichen Kultur.

Tiefe Steuern sind ein Faktor, erklären jedoch nicht, weshalb der Druck auf den Wohnungsmarkt schweizweit zunimmt. Wer die Debatte seriös führen will, muss beim Haupttreiber ansetzen: beim starken Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig begrenztem Angebot.

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SRG-Initiative: Ökonom rechnet vor, warum die «richtige» SRG-Abgabe 225 Franken beträgt

Bild: GIAN EHRENZELLER / KEYSTONE

Vor der Volksabstimmung am 8. März zur SRG-Initiative «200 Franken sind genug» argumentiert der Ökonom Adriano Lucatelli auf dem Portal Finews, warum die «richtige SRG-Abgabe 225 Franken beträgt». Das entspreche exakt dem inflationsbereinigten Finanzierungsbedarf der SRG auf dem Qualitätsniveau von 1990 – unter Einbezug der heutigen Zahl gebührenpflichtiger Haushalte und der Beiträge juristischer Personen.

«Die SRG war 1990 nicht schlechter als heute», argumentiert Lucatelli. Die aktuelle Haushaltsabgabe von 335 Franken sei nicht etwa Ausdruck gestiegener Leistung, sondern Ergebnis struktureller Faktoren: mehr Haushalte, kleinere Haushaltsgrössen und zusätzliche Einnahmen durch Unternehmen seit 2019. Diese Entwicklung habe eine sogenannte Monopolrente geschaffen, die nicht durch Marktentscheidungen legitimiert sei.

Konkret: 1990 erhielt die SRG inflationsbereinigt 887 Millionen Franken aus Gebühren, schreibt Lucatelli. 2024 waren es 1,29 Milliarden – plus 90 Millionen für private Anbieter. Die Differenz von fast einer halben Milliarde Franken lasse sich nicht mit gestiegenem Bedarf erklären, sondern sei auf das monopolistische Abgabensystem zurückzuführen. In einem freien Markt wären solche Skaleneffekte an Konsumenten oder Eigentümer weitergegeben worden – bei der SRG hingegen flössen sie in Verwaltungs- und Strukturaufbau.

Lucatelli rechnet vor, dass bei rund 3,7 Millionen gebührenpflichtigen Haushalten und unter Berücksichtigung des Beitrags juristischer Personen eine Jahresabgabe von 225 Franken ausreiche. Diese Summe würde sowohl das historische Niveau der SRG-Finanzierung wahren als auch die heutigen Zuwendungen an private Anbieter ermöglichen.

Der Bundesrat hat bereits beschlossen, die Abgabe ab 2029 auf 300 Franken zu senken. Für Lucatelli wäre eine «konsequentere Korrektur vertretbar». «Eine solche Gebühr würde die historisch aufgelaufene Monopolrente weitgehend beseitigen.»

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11.02.2026
Marcel Züger

Marcel Züger

Abo Professoren verteidigen die SRG: 900 Haltungswissenschaftler unterstützen den Haltungsjournalismus

Bild: CHRISTIAN BEUTLER / KEYSTONE

Rund 900 Professorinnen und Professoren setzen sich ein «für einen starken Service public und gegen die SRG-Halbierungsinitiative». Das verkündeten sie in einer gemeinsamen Erklärung. Einer der Erstunterzeichner schrieb auf seinem Linkedin-Account, die Erklärung würde auf «wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren». Ohne Herleitung. Die persönliche Meinung von Wissenschaftern wird also f

09.02.2026

Die SRG müsse nicht nach rechts rücken, aber «sachlicher und pluralistischer» werden: Der Ökonom Reiner Eichenberger sieht in der Halbierungsinitiative ein nötiges «Stoppschild»

Bild: Christian Schnur

Der Ökonom Reiner Eichenberger äussert sich in einem Interview im Tages-Anzeiger zur Halbierungsinitiative. Er sieht in ihr ein notwendiges Signal gegen die aus seiner Sicht übermächtige Stellung der SRG.

Grundsätzlich anerkennt Eichenberger die Bedeutung von Information, Kultur und Mehrsprachigkeit als öffentliche Güter. Daraus folge jedoch «noch kein Grund, die SRG so hoch zu subventionieren».

Auch andere Unternehmen wie Banken oder die Migros erbrächten Leistungen im öffentlichen Interesse – «da könnte man locker auch Subventionsgründe erfinden». Entscheidend sei, ob solche Leistungen nicht auch in einem freieren Markt möglich wären.

Früher habe es gute Gründe für ein staatlich reguliertes Monopol gegeben, etwa hohe technische Hürden und wenige Frequenzen. Diese Voraussetzungen seien heute weggefallen. Im Internet treffe die SRG mit «1,3 Milliarden aus Zwangsabgaben» auf private Anbieter ohne vergleichbare Mittel. Das sei «hochproblematisch» und verzerre den Wettbewerb.

Eichenberger kritisiert zudem die fehlende Meinungsvielfalt bei SRF. Während bei Tamedia, CH Media, NZZ oder Blick unterschiedliche Perspektiven sichtbar seien, fehlten diese beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk «eindeutig». Die SRG solle nicht politisch nach rechts rücken, sondern «sachlicher und pluralistischer werden».

Unterhaltung gehört für ihn nicht zum Kernauftrag eines gebührenfinanzierten Senders. Serien wie «Tschugger» oder der Schweizer «Tatort» seien keine Aufgabe des Service public.

Den drohenden Stellenabbau relativiert Eichenberger. Eine Halbierung werde nicht abrupt erfolgen, sondern schrittweise. Reformen brauchten jedoch ein klares Signal: «Die Halbierungsinitiative ist ein solches Stoppschild.»

Als Alternative schlägt er vor, private Anbieter für qualifizierte Leistungen rückwirkend zu entschädigen. Über die Vergabe sollen unabhängige Gremien wachen. Dies sei kein Bürokratiemonster, sondern ein «wettbewerblicher Qualitätsgenerator».

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06.02.2026
Philipp Gut

Philipp Gut

Genossen helfen Genossen: SP unterstützt SRG im Abstimmungskampf mit 820.000 Franken

Es ist eine enorme Summe, die die Sozialdemokratische Partei der Schweiz aufwirft, um der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) im Abstimmungskampf um die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» zu Hilfe zu eilen: 820.000 Franken. Dies ist Daten der Eidgenössischen Finanzverwaltung zu entnehmen. 814.000 Franken davon sind «monetäre Zuwendungen», 6000 Franken sind Einnahmen «durch den Verkauf von Gütern und Dienstleistungen».

Mit diesen 820.000 Franken – in Worten: achthundertzwanzigtausend – ist die SP die grösste Spenderin der Nein-Kampagne, weit vor linken Multimillionären.

Die rote Hilfe läuft also wie geschmiert. Genossen unterstützen Genossen. Böse Zungen behaupten, die SP kaufe sich so ihren eigenen Radio- und TV-Sender. Nur: Ist das überhaupt noch nötig?

Gemäss Selbstdeklaration ist die überwiegende Mehrzahl der SRG-Journalisten links. Was man den Sendungen auch anmerkt.

Quizfrage zum Schluss: Über welche Partei wird die SRG in den nächsten Monaten wohl am positivsten berichten? Wetten, es ist nicht die SVP.

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05.02.2026
Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Das Affentheater um die SRF-Direktion geht weiter. Obwohl Nathalie Wappler demnächst geht, will die SRG die Gebührensenkungsinitiative abwarten

Bild: ENNIO LEANZA / KEYSTONE

Wie die Weltwoche (04/26) berichtete, behandelt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG die Nachfolge an der SRF-Spitze nach wie vor als Staatsgeheimnis. Dabei hat Amtsinhaberin Nathalie Wappler ihren Rücktritt bereits Anfang September 2025 bekanntgegeben.

Auf eine weitere Anfrage nach dem Stand des Verfahrens antwortet die SRG gegenüber der Weltwoche leicht gereizt: «Wie bereits kommuniziert, wird die SRG nach Abschluss des Wahlverfahrens über die Nachfolge von Nathalie Wappler informieren. Bis dahin bitten wir um Verständnis, dass wir zu organisatorischen Szenarien oder zu internen bzw. externen Kandidaturen keine Stellung nehmen.»

Wie zu erfahren ist, werden am Leutschenbach folgende Personen als mögliche SRF-Direktoren gehandelt: Ursula Gabathuler, Co-Chefredaktorin Audio/Digital SRF, Beat Soltermann, Co-Chefredaktor Audio/Digital SRF, sowie Stefano Semeria, Chef Distribution SRF. Hinzu kommen als weitere, hausintern genannte Kandidatin Anita Richner sowie Judith Wittwer, Chefredaktorin der Süddeutschen Zeitung.

Wie nun CH Media berichtet, ist die SRG-Verwaltungsrätin Ursula Gut-Winterberger (FDP) überraschend zurückgetreten. Dies wird in Zusammenhang gebracht mit ihrer Differenz zum Nominierungsausschuss des Regionalvorstands der SRG Deutschschweiz unter Lukas Bruhin. Dieser soll mit der Suche die Firma Roy C. Hitchman AG betraut haben, wo auch Sandro Rüegger arbeitet, Ehemann der SVP-Nationalrätin Monika Rüegger.

Die Republik schreibt dazu, Sando Rüegger sitze auch im Verwaltungsrat des Nebelspalters. Weil dieser von Markus Somm als Verleger und Chefredaktor geführt werde, bestehe ein Interessenskonflikt. Denn im Rennen um die SRF-Direktion sei auch Somms Ehefrau Anita Richner. Tatsächlich hat sich der sonst um profilierte Meinungen nie verlegene Markus Somm zum wichtigsten innenpolitischen Geschäft dieser Monate noch nie geäussert: zur SRG-Initiative «200 Franken sind genug!».

Offensichtlich will die SRG diese Personalie möglichst auf einen Termin nach dem Abstimmungssonntag vom 8. März hinausschieben. Um keinesfalls enttäuschte Anhänger der einen oder anderen Kandidatur ins Lager der Befürworter zu treiben. Bei der SRG herrscht das Führungsprinzip Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Dabei bleiben nach dem 8. März gerade noch drei Wochen bis zum Rücktritt von Nathalie Wappler. Von einer seriösen Einarbeitung der Nachfolgerin kann da natürlich keine Rede sein.

Mit anderen Worten: Radio und Fernsehen SRF müssen oder dürfen sich auf eine direktionslose Zeit einstellen. Wenn es aber auch ohne diese SRF-Direktion geht, wie offenbar demonstriert wird, kann man die SRG-Zwangsgebühren problemlos halbieren.

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«SRF Dok»: AL-Politiker David Garcia Nuñez ruft zum Kampf gegen Renditegier auf – und präsentiert im selben Programm seine Zürcher 6-Zimmer-Wohnung zum Sparpreis

In der SRF-Dokumentation «Wo-Wo-Wohnungsnot» forderte der Zürcher Gemeinderat David Garcia Nuñez (Alternative Liste) ein entschiedeneres Vorgehen gegen die «Renditegier auf dem Wohnungsmarkt». Die Stadt müsse «neuen Waffen» einsetzen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern, so der Politiker in der Sendung.

Dabei wohnt Garcia Nuñez selbst unter besonders günstigen Bedingungen: Wie Inside Paradeplatz berichtet, lebt er mit seinem Partner in einer 6-Zimmer-Wohnung im Zürcher Kreis 1 für monatlich 3400 Franken. Der Marktwert vergleichbarer Objekte liegt demnach bei rund 8000 Franken. In der Dokumentation bezeichnete Garcia Nuñez die Wohnung als «unsere Oase».

Die Liegenschaft an der Froschaugasse gehörte ursprünglich dem kommunistischen Buchhändler Theo Pinkus. Heute ist sie im Besitz der Stiftung Studentenbibliothek Imap, die auf Anfrage mitteilte, dass es bei der Wohnungsvergabe «keine Vorschriften» gebe.

Garcia Nuñez wurde von Inside Paradeplatz mit der Frage konfrontiert, wie sich seine politische Haltung mit seiner eigenen Wohnsituation vereinbare. In einer schriftlichen Antwort erklärte er: «In Anbetracht der medialen Ungleichbehandlung zwischen AL- und FDP-Mitgliedern bei der Schaffung von Transparenz ziehe ich es vor, Ihre Fragen nicht zu beantworten».

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04.02.2026
Alex Baur

Alex Baur

SRF mischt sich hemmungslos in den Abstimmungskampf um die Halbierungsinitiative ein. Die selbsternannten Gralshüter der einzig wahren Wahrheit geben damit ihren Kritikern recht

Bild: PETER KLAUNZER / KEYSTONE

Wer über den herrlichen Winter spottet, welcher nicht zur Klimaapokalypse passt, muss sich warm anziehen: Nur Ignoranten verwechseln das Wetter mit dem Klima! Doch das ist Schnee von gestern. «SRF Meteo» reichert seine nicht immer so akkuraten Wetterprognosen seit geraumer Zeit mit apodiktischen Klimaprophezeiungen an. So auch am letzten Samstag.

Was Wettermann Luzian Schmassmann vor dem theologischen «Wort zum Sonntag» bot, ging indes noch einen Schritt weiter. Seine Belehrungen über «Klimaskeptiker» waren erklärtermassen Teil einer SRF-Kampagne unter dem Titel «Fakt oder Fake?». Ziel der Übung: Der Stimmbevölkerung soll vor Augen geführt werden, dass nur SRF die Nation von Lügen bewahren und auf den Pfad der einzig wahren Wahrheit führen kann. Die gute alte Prawda lässt grüssen.

Anhand von zwei Beispielen will Schmassmann die «Klimaskeptiker» als Botschafter einer gefährlichen Irrlehre entlarven. Erstens würde sie behaupten, dass die Agglomerationen um die meteorologischen Messstationen über die Jahrzehnte gewachsen seien, was die Daten verfälsche. Und zweitens würden sie die Folgen der Klimaerwärmung «verharmlosen», indem sie auf positive Effekte verwiesen.

Beides sei zwar nur halbwegs falsch, aber darum umso gefährlicher. «Die Wissenschaft» beweise aufgrund von Satellitenmessung und Eiskernbohrungen klar, dass sich das Klima erwärme und dass die Nachteile wegen der Zunahme von extremen Wetterlagen überwögen.

Vorweg: «Die Wissenschaft» gibt es nicht. Es gibt nur Wissenschaftler, die aufgrund ihrer Forschung zu unterschiedlichen Schlüssen gelangen, welche gegeneinander abgewogen werden. Jede Theorie ist nur so lange relevant, bis sie durch eine plausiblere widerlegt wird. Wissenschaft ist nie abschliessend, sie lebt vom Widerspruch, und wo es diesen Widerspruch nicht gibt, haben wir es mit einem Dogma zu tun, also mit Glauben. Und Religion hat in einer modernen Wetterprognose nichts verloren, dafür gibt es das «Wort zum Sonntag».

So ist die Behauptung, wonach Wetterextreme zugenommen hätten, auch unter Wissenschaftlern höchst umstritten. Dass es nach dem Ende der Kleinen Eiszeit (zirka 1860) wärmer geworden ist, bestreitet kaum jemand. Im Gegenteil. Die meisten «Klimaskeptiker» weisen darauf hin, dass das Klima seit Urzeiten ständigen Schwankungen unterworfen war, über deren Ursachen (Verschiebung der Erdachse, Sonnenaktivität, Vulkane, Meeresströmungen etc.) wir nur spekulieren können. Doch wie wollen wir das Kommende prognostizieren, wenn wir nicht einmal das Geschehene begreifen?

Die plumpe Einmischung von SRF in den Abstimmungskampf um die Halbierungsinitiative offenbart, was die Kritiker am halbamtlichen Rundfunk auszusetzen haben. Die Schweiz braucht kein Wahrheitsministerium, welches die Nation von falschen oder politisch inopportunen Informationen bewahrt. Im Gegenteil, eine Demokratie lebt von der Vielfalt von Quellen und Perspektiven, die es jedem Einzelnen ermöglichen, sich in einem offenen und immerwährenden Wettbewerb um das bessere Argument selbst ein Bild von der Wahrheit zu machen.

SRF ist offenkundig weder willens noch in der Lage, diesen Service public zu garantieren. 200 Franken sind nicht genug, es sind 200 Franken zu viel. Aber immerhin etwas weniger als 335 Franken.

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Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Reto Lipp bestreitet den Linksdrall der SRG. Und offenbart dabei unfreiwillig seine linke Gesinnung

Reto Lipp, der frisch pensionierte langjährige Wirtschaftsjournalist des Schweizer Fernsehens SRF, stürzt sich in die Abstimmungsschlacht vom 8. März. Wie zu erwarten, leistet er seiner früheren Arbeitgeberin in Sachen SRG-Gebührensenkungsinitiative «200 Franken sind genug!» gehörig Beistand.

Auf dem Portal Linkedin äussert Reto Lipp seinen Frust über ein Tamedia-Interview mit SVP-Nationalrat Thomas Matter. Lipp entgegnet: «Es gibt keinen Linksdrall bei SRF.» Den gebe es nur im Kopf von Matter. Um weiterzufahren: «Es gibt so etwas wie journalistische Professionalität (scheint es bei Bankern nicht zu geben). Das blendet der Millionär völlig aus, der natürlich eine Agenda im Hintergrund hat.»

Selbstverständlich hat Matter eine Agenda, und zwar nicht im Hintergrund, sondern durchaus im Vordergrund: Er will nämlich die SRG-Zwangsgebühren für alle um 135 Franken senken und zugleich die Unternehmen gänzlich davon befreien. Das stärkt die gerade von den Linken ständig bejammerte Kaufkraft für alle.

Reto Lipp bestreitet einerseits den Linksdrall bei SRF. Um dann unverzüglich – wie ein 16-jähriger Jungsozialist – seine Verachtung gegenüber den «Bankern» und den «Millionären» zum Ausdruck zu bringen. Wer sich wie Lipp so ausdrückt, widerlegt gleich selber die von ihm beanspruchte «journalistische Professionalität». Und macht seine linken Ressentiments gegen den Beruf des Bankiers und gegen Millionäre für jedermann kenntlich.

Gleichzeitig hatte Reto Lipp in seinem Berufsleben noch nie ein Distanzproblem zu ebendiesen Bankern und Millionären. So moderierte er jeweils das Swiss Economic Forum, ganz ohne sich von den anwesenden Bankern und Millionären zu distanzieren. Und er sucht weiterhin Aufträge als Sprecher und Moderator bei «Premium Speakers», auch diese zweifellos bezahlt von Millionären.

Jedenfalls hätte der frühere Chef der SRF-Sendung «Eco» das Interview von Thomas Matter genauer lesen sollen. Matter enthüllte nämlich, dass die SP Schweiz nicht weniger als 820.000 Franken aufwirft, um die Gebührensenkungsinitiative zu bekämpfen. Die Denksportaufgabe für Reto Lipp würde also lauten: Hätte die SP so tief in die Tasche gegriffen, wenn bei SRG und SRF kein Linksdrall herrschen würde?

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03.02.2026
Marcel Odermatt

Marcel Odermatt

«Der Linksdrall ist ein Dorn im Auge»: SVP-Nationalrat Thomas Matter zerpflückt «aufgeblähte» SRG – und sagt, warum sie ihren Auftrag auch «mit einem kleineren Budget sehr gut erfüllt»

Bild: CHRISTIAN BEUTLER / KEYSTONE

SVP-Nationalrat Thomas Matter geht im Abstimmungskampf zur Initiative «200 Franken sind genug» frontal auf die SRG los. Der 59-Jährige wirft dem öffentlich-rechtlichen Medienhaus politische Schlagseite, Angstmacherei und mangelnde Sparbereitschaft vor. «Ich will die SRG nicht abschaffen», sagt Matter in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger, «doch sie ist zu einem riesigen Apparat geworden und in Bereichen aktiv, die nichts mit ihrem Auftrag zu tun haben.»

Besonders stört ihn der Online- und Social-Media-Auftritt der SRG. «In den Nachbarländern haben öffentlich-rechtliche Medien massiv abgebaut. Die ARD hat in 25 Jahren 2500 Stellen gestrichen. Die SRG hat im gleichen Zeitraum 1200 Stellen aufgebaut.» Ihren Auftrag habe sie früher «mit einem kleineren Budget sehr gut erfüllt».

Den Gegenvorschlag des Bundesrats hält Matter für ungenügend. «Unter dem Strich muss die SRG zwischen 120 und 155 Millionen sparen – nicht 270, wie sie selber sagt.» Wegen der Zuwanderung wachse die Zahl der zahlenden Haushalte weiter, die Abgabe sinke erst 2029.

Matter sieht zudem ein klares politisches Bias: «Der Linksdrall ist uns schon lange ein Dorn im Auge.» Die «aufgeblähte» SRG sei zwar zur Ausgewogenheit verpflichtet, halte diese aber oft nicht ein. Als Beispiel nennt er die Berichterstattung im Abstimmungskampf: «Die SRG betreibt damit unzulässigerweise Abstimmungskampf.» In der «Tagesschau» habe man «gerade wieder selbst Fake News zum Thema Zuwanderung» produziert. Die Weltwoche berichtete.

Dass Kritik auch von links komme, überzeugt ihn nicht. «Es ist selbst unter Journalisten Konsens, dass die SRG links tickt.» Er schaue kaum noch SRF: «Bei jeder Nachrichtensendung weiss ich innert zwei Minuten, wie der Moderator politisch tickt.»

Die Halbierungsinitiative soll aus seiner Sicht die Dominanz der SRG brechen. «Wir können vielleicht die riesige Macht der SRG ein bisschen bändigen. Es gäbe mehr Wettbewerb.» Die Initiative verbiete der SRG keine Onlineaktivitäten, betont Matter: «Sie soll mit ihrem Onlineauftritt aber nicht die Privaten konkurrenzieren.»

Sparen könne die SRG vor allem beim Personal. «Ein sogenannter Junior-Redaktor verdient etwa 15 Prozent mehr als bei den privaten Medien. Die SRG-Direktorin verdient mehr als ein Bundesrat.» Trotzdem sei er überzeugt: «Nach Annahme der Initiative könnte die SRG immer noch ein hervorragendes Programm machen – in Information, Sport und Kultur.»

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Stefan Millius

Stefan Millius

Fake News in der Fake-News-Woche: SRF geht wieder auf Jagd nach «Verschwörungstheoretikern»

Bild: SRF

«Im Sog der Verschwörungstheorien: Wenn Misstrauen das Weltbild prägt»: Schon der Titel der Reportage von SRF im Rahmen der «Fakt oder Fake»-Themenwoche machte klar, in welche Richtung es gehen sollte. Ein Sog ist eine Kraft, die willenlose Leute in die Tiefe zieht.

Das war es dann auch, was SRF-Reporter Donat Hofer suggerieren wollte. 34 Minuten lang stellt er Leute bloss, die nicht alles glauben, was Regierung und traditionelle Medien erzählen. Dabei spannt er einen Bogen von der Chemtrail-These bis zu den Kritikern der Corona-Massnahmen.

Zu Wort kommen unter anderem zwei Mitarbeiter der Zeitschrift «Die Freien», die in der Corona-Zeit entstanden ist. In einem Interview mit dem TV-Sender Hoch2 schildern Roman Westermann und Christian Schmid Rodrigues nun ausführlich, wie es dazu gekommen ist, dass sie sich überhaupt zur Teilnahme an der Reportage bereit erklärt haben.

In einem Mail von SRF, das sie präsentieren, wurde ihnen «gegenseitiges Zuhören» und «Begegnungen auf Augenhöhe» versprochen. Der Filmbeitrag solle zum gegenseitigen Verständnis unter Andersdenkenden beitragen.

Stattdessen werden die freiwilligen Protagonisten im Film als paranoid oder schlicht als Spinner dargestellt. Die Basis dafür: SRF ignoriert weiterhin alle Erkenntnisse und Enthüllungen aus der Corona-Zeit und tut so, als wären Massnahmen und Impfkampagne wissenschaftlich erhärtet das Mass aller Dinge gewesen.

Es gehe nicht um links und rechts oder die persönliche Einstellung, sondern nur um Fakten, «huere banal», sagt Donat Hofer an einer Stelle des Films. Nur schienen ihn die Fakten gar nicht zu interessieren.

Wie Westermann und Schmid Rodriguez sagen, hat man den Reporter vorab mit Informationen bedient, die er dann nicht weiter beachtet hat. Stattdessen gab er freimütig zu, weder kritische Wissenschaftler wie Sucharit Bhakdi noch die geleakten Dokumente aus dem Robert-Koch-Institut überhaupt zu kennen.

Immerhin gibt es nun diese Erkenntnis aus der «Fakt oder Fake»-Themenwoche: SRF versteht unter Fakten einzig die eigene Berichterstattung. Und wer sie in Zweifel zieht, der ist eben ein «Verschwörungstheoretiker».

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31.01.2026

Umfrage zeigt: Knappe Mehrheit gegen SRG-Initiative, Klimafonds fast chancenlos 

Bild: PETER KLAUNZER / KEYSTONE

Eine erste Abstimmungsumfrage zeigt sieben Wochen vor der Volksabstimmung auf ein enges Rennen bei der SRG-Halbierungsinitiative hin. Laut der ersten SRG-Trendbefragung von gfs.bern würden 52 Prozent der Stimmberechtigten Nein stimmen, 46 Prozent Ja. Unentschieden sind lediglich 2 Prozent.

Die Meinungsbildung ist bei dieser Vorlage bereits weit fortgeschritten: 78 Prozent der Teilnahmewilligen geben eine feste Stimmabsicht an.

Deutlich besser stehen die Chancen für die Bargeld-Initiative. 65 Prozent der Befragten hätten Mitte Januar dafür gestimmt, 31 Prozent dagegen. Auch der direkte Gegenentwurf von Bundesrat und Parlament findet Zustimmung: 67 Prozent sprachen sich dafür aus, 26 Prozent dagegen. In der Stichfrage zeigt sich jedoch eine Präferenz für den Gegenentwurf, die Meinungen gelten noch als wenig gefestigt.

In der Tendenz angenommen würde auch das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung. 64 Prozent der Teilnahmewilligen befürworteten die Vorlage, 30 Prozent lehnten sie ab. Mehr als drei Viertel rechnen mit einer Annahme.

Geringe Erfolgsaussichten hat die Klimafonds-Initiative. 60 Prozent hätten dagegen gestimmt, 35 Prozent dafür.

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14.01.2026
Philipp Gut

Philipp Gut

Abo SRG vor Bundesgericht

Bild: MICHAEL BUHOLZER / KEYSTONE

Das Timing hat es in sich. Während des Abstimmungskampfs zur Volksinitiative «200 Franken sind genug!» trägt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) einen brisanten Rechtsstreit aus. Dieser gelangt nun gar vors Bundesgericht. Die Auseinandersetzung kommt einem Kampf von David gegen Goliath gleich: Ein einfacher Bürger und Gebührenzahler steht der mächtigen SRG gegenüber. De

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12.01.2026
Stefan Millius

Stefan Millius

«Die Initiative schwächt das, was die Schweiz ausmacht»: SRG-Chefin Susanne Wille tut, als wäre das Land am Ende, wenn weniger Zwangsgebühren fliessen

Bild: PETER KLAUNZER / KEYSTONE

200 Franken pro Jahr und Haushalt sollen künftig an die SRG gehen, wenn die sogenannte Halbierungsinitiative der SVP erfolgreich ist. Das ist weniger als heute, aber nicht nichts – und verglichen mit anderen Ländern immer noch ordentlich viel Geld für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

SRG-Generaldirektorin Susanne Wille sieht das im Interview mit dem Blick anders. Dort sagt sie, ein Ja zur Initiative «wäre das Ende der SRG, wie wir sie heute kennen». Wobei sie dabei vielleicht verkennt, dass viele Menschen sich in der Tat eine andere SRG wünschen als die, die sie kennen.

Willes Vorgänger Gilles Marchand hatte einst jede Bemühung, die Mittel der SRG zu straffen, als «Angriff auf die Schweiz» gebrandmarkt. Diese Aussage wolle sie nicht kommentieren, sagt die neue Chefin, geht dann aber in exakt dieselbe Richtung.

Zitat: «Die Initiative schwächt das, was die Schweiz im Kern ausmacht: Vielfalt, Zusammenhalt, Unabhängigkeit.» Auch Wille leidet also am Marchand-Syndrom: Sie setzt die SRG mit dem ganzen Land gleich und glaubt ernsthaft, Radio und TV seien der Kitt, der dieses zusammenhält.

Es geht dramatisch weiter. «Wenn man 800 Millionen aus dem Mediensystem rauszieht, dann schwächt das auch die journalistische Qualität», so Wille, und: «Wer die Information und die Medien schwächt, schwächt die Sicherheit eines Landes.»

Für Susanne Wille sind «die SRG» und «die Medien» also Synonyme. Alternativen zu öffentlich-rechtlichen Kanälen sieht sie keine, obwohl es nie zuvor so viele gab wie heute.

Und so geht es weiter. Die Botschaft: Nur die SRG kann seriös informieren, nur die SRG kann die ganze Schweiz bedienen, nur SRG-Journalisten kennen die Wahrheit. Es ist zweifelhaft, ob diese dauernde Selbstüberhöhung die Gebührenzahler überzeugt. Zumal sich diese laufend davon überzeugen können, ob dem wirklich so ist.

Schon heute werde bei der SRG fleissig gespart, versichert die Generaldirektorin dann noch im Interview.

Nur: Bei sich selbst will sie damit offenbar nicht beginnen. Denn weshalb muss sie eine Make-up-Assistentin mitnehmen für ein Zeitungsinterview?

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06.01.2026

Schweizer Fernsehen: Auszeit für USA-Korrespondent Aebli nach wiederholten Aussetzern

Bild: SRF/Valeriano di Domenico

Der Schweizer Radio- und Fernsehmoderator Roger Aebli nimmt sich nach zwei Zwischenfällen bei Liveschaltungen aus den USA eine Auszeit. Wie der Sender am Sonntagabend bekanntgab, wird der USA-Korrespondent für einige Tage pausieren. Das Portal Persönlich berichtete.

Am Wochenende hatte Aebli gleich zwei Sendungen abbrechen müssen. In der Hauptausgabe der SRF-«Tagesschau» am Sonntag geriet er bei einem Beitrag zur Venezuela-Krise ins Stocken und sagte sichtlich irritiert: «Entschuldigung, jetzt habe ich wirklich ganz kurz den Faden verloren.» Moderator Florian Inhauser reagierte prompt und übergab an Karen Naundorf, die Lateinamerika für SRF abdeckt.

Schon am Vortag war es in einer Sondersendung zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Aebli brach seinen Beitrag abrupt ab mit den Worten: «Ich bin kurz vor dem Nervenzusammenbruch.» Laut SRF hatte der Journalist zuvor einen Migräneanfall erlitten und war übermüdet in die Sendung gegangen, wie das Branchenportal Persoenlich.com berichtete.

Trotzdem betont SRF: «Roger Aebli geht es gut, er wird nun jedoch für ein paar Tage pausieren», zitiert der Blick eine Stellungnahme des Senders. Die USA-Berichterstattung wird während seiner Abwesenheit von Pascal Weber aus Washington übernommen.

Aebli war im Sommer 2025 von Zürich nach New York gewechselt. Dort berichtet er für das Schweizer Fernsehen über politische und gesellschaftliche Entwicklungen in den Vereinigten Staaten.

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23.12.2025
Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Das Radio und Fernsehen SRF macht sich zum Komplizen eines Sexualstraftäters an einer Fünfjährigen. Auch das Weglassen unbequemer Fakten ist Desinformation

«Ein Mann soll in Basel ein fünfjähriges Mädchen auf einer öffentlichen Toilette sexuell missbraucht haben.» So defensiv-zweifelnd berichtet das Schweizer Radio und Fernsehen SRF über ein besonders abscheuliches Verbrechen, das sich in Basel zugetragen hat.

Ein Mann mit schwarzafrikanischem Aussehen hat letzten Donnerstag am heiterhellen Nachmittag auf der Oekolampadmatte das fünfjährige Mädchen in eine Toilettenanlage gezerrt und dort sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. Davor hat der Mann die 69-jährige Begleitperson des Mädchens tätlich angegangen und verletzt.

Mit einem Phantombild und einer Beschreibung aufgrund der Aussagen der Geschädigten sucht nun die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt den Täter. Dabei liefert sie folgendes Profil über den Flüchtigen: «Unbekannter, zirka 25 Jahre alt, 180 Zentimeter gross, schwarzafrikanischer Typ, rundes Gesicht, schwarze, kurze, gelockte Haare, war komplett schwarz gekleidet, trug schwarze Jacke, schwarze Kapuze oder Mütze und schwarze Hose.»

In der Mitteilung von Radio und Fernsehen SRF fehlt nun aber eine entscheidende, in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft explizit gelieferte Beschreibung. Nämlich, dass es sich beim mutmasslichen Täter um einen «schwarzafrikanischen Typ» gehandelt hat. Ohne diese Typisierung ist eine Fahndung zwecklos und jeder Zeugenaufruf vergebens.

Noch schlimmer: SRF macht sich damit zur Komplizin dieses Sexualstraftäters, weil es dessen Verhaftung aktiv hintertreibt.

Das kümmert aber SRF nicht, denn am Leutschenbach geht politische Korrektheit über präzise Information. Nur: Verschaukeln kann sich das Publikum selber, dazu braucht es keine zwangsfinanzierte, geräteunabhängige Monopolmedienanstalt. Im Gegensatz zu SRF haben die Privatmedien ihren Informationsauftrag erfüllt. Und den «schwarzafrikanischen Typ» nicht unter den Teppich gekehrt.

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13.12.2025
Marcel Odermatt

Marcel Odermatt

Danke, Susanne Wille: Die SRG-Direktorin liefert unfreiwillig Argumente für die «200 Franken sind genug»-Initiative

Bild: ALESSANDRO DELLA VALLE / KEYSTONE

Eine desaströse Woche für die SRG – und ihre Direktorin Susanne Wille.

Zuerst versuchten die Gegnerinnen und Gegner der Initiative «200 Franken sind genug», mit einer zugespitzten Kampagne den Leuten Angst zu machen. Wehe – so mahnten sie mit erhobenem Zeigefinger – man wage es, dem Volksbegehren zuzustimmen. Dann sei es vorbei mit seriöser Information. «In unsicheren Zeiten braucht es verlässliche Informationen, denen wir vertrauen können», erklärte ein Komitee aus Grünen, SP, Mitte und FDP vor versammelter Journalistenschar. Der Subtext war unüberhörbar: Als würden alle anderen Medien ausser der SRG unseriös arbeiten.

Man kann nur hoffen, dass dieser Versuch der Einschüchterung nach hinten losgeht.

Doch damit nicht genug. SRG-Direktorin Susanne Wille kündigte zudem an, die UKW-Sender wieder aufzuschalten. Für viele – gerade ältere – Menschen, die ihre Autoradios für viel Geld auf DAB haben umbauen lassen, um weiterhin die SRG-Programme empfangen zu können, wirkt diese Kehrtwende wie eine Ohrfeige. Sie wirft auch die Frage auf, wie verlässlich die strategische Planung der SRG überhaupt ist.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Zwangsgebühr von 335 Franken zu hoch angesetzt ist: Die SRG hat ihn diese Woche selbst geliefert.

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09.12.2025
Philipp Gut

Philipp Gut

«Bodenlose Frechheit»: Kritik an SRG nach Abstimmungsspende von 400.000 Franken in eigener Sache

Die SRG und ihre Verbündeten haben bereits den Wahlkampf gegen die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» gestartet. Dabei gibt eine umstrittene Grossspende für den Pro-SRG-Abstimmungskampf zu reden. Denn: Die SRG selbst spendet der SRG 400.000 Franken.

Um dies zu verstehen, muss man einen Blick auf die Organisationsstruktur der SRG werfen. Neben dem Unternehmen SRG gibt es auch eine Trägerschaft SRG, die aus sogenannten Regionalgesellschaften – wie der SRG Deutschschweiz – sowie aus regionalen Mitgliedsgesellschaften besteht.

Und diese SRG-Trägerschaft finanziert nun den Abstimmungskampf gegen die Initiative und zugunsten des SRG-Unternehmens.

Der Mitinitiant und SVP-Nationalrat Thomas Matter ist empört und spricht im Tages-Anzeiger von einer «bodenlosen Frechheit». Die SRG habe keine Kampagne zu finanzieren, weder über das Unternehmen noch über die Trägerschaft.

Tatsächlich: Der Fall zeigt beispielhaft die schiefe Lage, in der sich die SRG als zwangsgebührenfinanzierter parastaatlicher Sender befindet. Sie ist zu politischer Ausgewogenheit und Neutralität verpflichtet und macht nun doch Abstimmungskampf in eigener Sache. Zu sagen, die SRG-Trägerschaft und das SRG-Unternehmen hätten nichts miteinander zu tun, ist ein Witz. Beide gehören zum Konstrukt SRG, beide sind dem Verwaltungsrat und Vereinsvorstand sowie der Delegiertenversammlung unterstellt.

Auf gut Schweizerdeutsch: Das ist letztlich Hans was Heiri. Darum ist die Grossspende von 400.000 Franken nicht nur schlüpfrig inzestuös, sondern auch hochgradig politisch und ein Verstoss zumindest gegen Sinn und Geist des Ausgewogenheitsauftrags.

So nicht, SRG! Dieser Schuss könnte hinten rausgehen.

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03.12.2025
David Biner

David Biner

SRF verbreitet links-feministische Verschwörungstheorien

Der Staatsfunk beglückt seine Zwangsgebührenzahler mit einem «Schweiz aktuell»-Beitrag der besonders linken Art. Darin wird gezeigt, wie ein Feministen-Kollektiv feministische Botschaften bei der Einfahrt des Zürcher Hauptbahnhofs an einem Baugerüst montiert. Zum Beispiel: «Wenn hier stehen würde, dass wir alle gleichberechtigt sind, würdest du es glauben?»

Eine Anspielung auf die links-feministische Verschwörungstheorie, wonach Frauen in der Schweiz auch noch fünfzig Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts allein aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert würden, etwa auf dem Arbeitsmarkt. Sogar der gender-woke Bund hat in diesem Frühjahr festgehalten, dass die sogenannt unerklärte Lohndifferenz zwischen Männer und Frauen weit unter 5 Prozent liege.

Die Unterschiede sind verschwindend klein, das linke Narrativ der Diskriminierung muss jedoch gross bleiben. Und die Propaganda scheint zu wirken. So hat am Dienstag sogar der Ständerat dafür gestimmt, das Budget des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann um eine Million auf 8,2 Millionen Franken aufzustocken. Die eine Hälfte der 24 Mehrheitsstimmen stammte dabei von Männern, die andere von Frauen. So viel zur angeblichen Diskriminierung.

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02.12.2025
Stefan Millius

Stefan Millius

Die jüngste tendenziöse Berichterstattung von SRF aus Deutschland ist kein Zufall. Korrespondentin Alexandra Gubser war schon in Frankreich mehr Aktivistin als Journalistin

Bild: SRF/Oscar Alessio

Die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in Giessen machte Schlagzeilen. Die ganze Welt konnte zusehen, wie gewalttätige Linksextreme eine demokratische Versammlung verhindern wollten – Verletzte und Sachschaden inklusive.

Etwas völlig anderes gesehen hat offenbar Alexandra Gubser, seit 2022 Deutschland-Korrespondentin von SRF. Für sie waren die Demonstrationen grösstenteils «bunt und friedlich» und zudem Ausdruck einer «wehrhaften Demokratie». Die Weltwoche berichtete.

Damit führt Alexandra Gubser nur weiter, was sie auf ihrem letzten Korrespondentenposten in Frankreich begonnen hat. Als im Frühjahr 2022 Emmanuel Macron als französischer Präsident bestätigt wurde, kannte sie kein Halten mehr.

Fast schon hüpfend vor der Kamera teilte sie den Zuschauern mit, ihr sei ein Stein vom Herzen gefallen, denn man wolle sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre mit einer Präsidentin Marine Le Pen.

Die Reaktion von SRF auf die Kritik vieler Zuschauer liess tief blicken. Man bedauerte lediglich, dass sich Gubser habe mitreissen lassen «von der Welle der Erleichterung, die durch das liberale Frankreich und Europa schwappte».

Eine Korrespondentin, die ihre eigene Meinung als Berichterstattung ausgibt, ein Sender, der zwischen den Zeilen sagt, sie habe doch irgendwie recht gehabt: So sieht die vielbeschworene Objektivität und Ausgewogenheit also aus, die sich SRF selbst zuschreibt.

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01.12.2025
Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Erneute SRF-Fehlleistung: Alexandra Gubser lobt nach linksextremer Gewalt und zehn verletzten Polizisten die «wehrhafte Demokratie» gegen die AfD

Bild: Screenshot SRF

Bei den «News» des Schweizer Fernsehens kam es am Samstag erneut zu einer mutmasslich schweren Konzessionsverletzung. Nachdem 30.000 teils extrem gewaltbereite Linke und Antifa-Anhänger in Giessen die Gründung einer Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD) zu sprengen versuchten, lobte die SRF-Korrespondentin diesen Massenverstoss gegen die Versammlungsfreiheit über den grünen Klee.

Es waren vor allem vermummte Demonstrierende, die Pyros und Steine gegen die Ordnungskräfte einsetzten und zehn Polizisten verletzten. Der hessische Innenminister und sowie der Giessener SPD-Oberbürgermeister warnten zu Recht vor der «wachsenden Gewaltbereitschaft von Teilen der linken Szene».

Zehntausende hatten sich in Giessen zusammengerottet, um gegen die Gründungsversammlung der AfD-Jugend vorzugehen – bei weitem nicht alle friedlich. Während von Deutschlands «Alternativen» keinerlei Gewalt ausging und sie lediglich ihr demokratisches Versammlungsrecht als demokratische Partei in Anspruch nahmen, wurde der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt verletzt.

Schmidt wollte sich zu Fuss zum Versammlungsort begeben. Eine Antifa-Protestgruppe hatte einige AfD-Teilnehmer abgefangen, sie eingekreist und unter dem Ruf «Faschisten raus» angepöbelt. Der erste körperliche Angriff – dies zeigen Aufnahmen – erfolgte eindeutig aus der Gruppe der Linksextremen.

Das Schweizer Fernsehen schlug allerdings bei der Berichterstattung dem Fass den Boden der Tatsachen aus. In der Sendung «News» bedauerte die Berlin-Korrespondentin Alexandra Gubser in ihrem Kommentar die Wasserwerfer und das Steinewerfen aus dem einzigen Grund, weil das «nur wieder Wasser auf die Mühlen der AfD» sei. Dabei habe doch der allergrösste Teil der Linken in Giessen «bunt und friedlich» demonstriert. Und wörtlich würdigte Gubser den Einsatz der AfD-Gegner so: «Einmal mehr zeigt eine wehrhafte Demokratie Präsenz.»

Offenbar versteht das Schweizer Fernsehen unter «wehrhafter Demokratie» das Zusammenschlagen gewählter Parlamentarier und lebensgefährliche Steinwürfe gegen Polizisten. Falls bei diesem öffentlich-rechtlichen Kommentar keine Konzessionsverletzung vorliegt, sollte man die SRF-Ombudsstelle und die Unabhängige Beschwerdeinstanz der SRG gleich abschaffen.

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26.11.2025
Stefan Millius

Stefan Millius

Vom Blick zu Alain Berset zur SRG: Die Karrierewege für Journalisten sind kurz, wenn man nicht durch kritische Fragen unangenehm auffällt. Und man darf erst noch mit einem goldenen Fallschirm rechnen

Bild: ANTHONY ANEX / KEYSTONE

Die Karriere von Gianna Blum als Co-Leiterin Kommunikation des Departements des Innern (EDI) war kurz. Für den damaligen Bundesrat Alain Berset war sie vom 1. September 2022 bis Ende 2023 tätig. Als dieser ging, war auch Blums Laufbahn in Bundesbern zu Ende.

Gelohnt hat sich das kurze Gastspiel für Blum allerdings. Wie jetzt bekannt wurde, war sie auf Bersets Geschenkeliste. Insgesamt 750.000 Franken Abgangsentschädigungen spendierte er seinen Vertrauten, wie der Blick herausfand. Gianna Blum kassierte zum Abschied 44.311 Franken – für sechzehn Monate Einsatz.

Dabei galt es in der Wandelhalle des Bundeshauses sowie bei Journalisten stets als Rätsel, warum Alain Berset die ehemalige Blick-Redaktorin überhaupt in einen so zentralen Posten berief. Mit aufsehenerregenden bundespolitischen Storys war Blum nie aufgefallen. Aber dafür, und das sprach wohl für sie, mit butterweichen Interviews mit dem Innenminister in der Corona-Zeit.

Nicht nur die grosszügige Abfindung machte Gianna Blum den Abschied leicht. Ausgestattet mit einem Bundeshausnetzwerk und Referenzen des einstigen Bundespräsidenten heuerte sie bei einer Berner Kommunikationsagentur an. Um dann im Frühling dieses Jahres als Mediensprecherin zur SRG zu wechseln.

Auch da stellen sich Fragen. Knapp zehn Jahre als Journalistin und eine kurze Stippvisite in einem Departement sind kein überragend grosser Rucksack für eine Schlüsselfunktion beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Aber vielleicht war es ja auch nur ein Zeichen der Wertschätzung für viele Jahre treuen Tauschhandel. Von der SRG wechseln regelmässig Leute in die Bundesverwaltung. Da kann es ja auch mal umgekehrt laufen.

Umso ironischer, wie sehr man sich bei SRF und Co. stets gegen die Bezeichnung «Staatsfunk» wehrt. Die Nähe zwischen dem Bund und der SRG ist mit den Händen zu greifen.

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22.11.2025
David Biner

David Biner

Sind 200 Franken zu viel? SRF als willfährige Helfer der Juso-Enteignungsinitiative

Die Erbschaftssteuer-Initiative der Juso wird am 30. November abgelehnt. Die Frage ist lediglich, wie hoch die Blamage auch für die SP ausfallen wird. Das Präsidium der Mutterpartei hat sich für die kommunistische Vorlage, die vor allem Unternehmer enteignen will, ausgesprochen. Jetzt versucht SRF zu retten, was noch zu retten ist.

Der gebührenfinanzierte Staatsfunk, dessen Journalisten gemäss Selbstdeklaration grossmehrheitlich links sind, hat eine fingierte Recherche der linken Wochenzeitung WOZ aufgenommen. Die WOZ-Aktivisten haben einen vermeintlichen Millionenerbe aus Deutschland mit frei erfundenen 500 Millionen Franken auf das Steueramt des Kantons Uri geschickt, um dort einen Steuerbeamten aufs Eis zu führen. Dieser habe den Fake-Erben «mit offenen Armen» empfangen, raunt SRF.

Im Gegensatz zu den SRF-Journalisten, deren Löhne von den eingetriebenen Zwangsgebühren aus allen Haushalten gezahlt wird, müssen die Kantone um ihre «Kunden», die Steuerzahler, kämpfen. Dass der Urner Steuerbeamte den vermeintlichen Millionenerbe nicht in Juso-Manier, also mit Gewalt, aus dem Büro gejagt hat, liegt deshalb auf der Hand.

Stossend am SRF-Beitrag ist zudem der völlig unkritische Umgang mit der Art und Weise, wie die vermeintliche WOZ-Recherche zustande kam. Die Verschleierung des Berufs als Journalist bei der Beschaffung von Informationen ist gemäss Journalistenkodex «unlauter». Verdeckte Recherchen sind nur in Ausnahmefällen zulässig, «wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse an den damit recherchierten Informationen besteht und wenn diese Informationen nicht auf andere Weise beschafft werden können».

Man habe im Hinblick auf die Erbschaftssteuer-Initiative mit offiziellen Anfragen versucht, bei Steuerämtern Einblicke zu erhalten, «von welchen Vorteilen Pauschalbesteuerte und Überreiche in der Schweiz» profitierten. Sei dabei aber auf taube Ohren gestossen, begründete die WOZ ihre Schnüffel- und Denunzianten-Aktion. Wenn die Polizei mit gleichen Methoden ermitteln würde – sowohl bei der WOZ wie auch beim SRF würden die linken Journalisten durchdrehen.

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Stefan Millius

Stefan Millius

SRF-Chefredaktor Tristan Brenn ist als «Chefredaktor des Jahres» nominiert. Dabei weiss niemand, was er den ganzen Tag so tut – ausser seinen Sender öffentlich gegen Kritik verteidigen

Immer, wenn der Winter naht, schreibt das Branchenmagazin «Schweizer Journalist» die Titel der «Journalisten des Jahres» aus. Gekürt werden sie von Medienschaffenden und Mediensprecher, die kürzlich einen Link zur Onlinewahl erhielten.

Die Vorauswahl trifft aber eine Jury aus Journalisten und früheren Gewinnern. Dieses Gremium fand nun, Tristan Brenn, seit über zehn Jahren Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, habe sich würdig erwiesen, als Chef des Jahres vorgeschlagen zu werden.

Weshalb, das bleibt das Geheimnis der Jury. Brenn ist in erster Linie bekannt dafür, dass er für nichts bekannt ist. Im Unterschied zu Amtskollegen in anderen Ländern hält sich der Chefredaktor vornehm zurück, kommentiert nichts vor der Kamera und tritt auch sonst nicht sichtbar in Erscheinung.

Ausser dann, wenn SRF in der Kritik steht. Dann wirft sich Tristan Brenn in Pose und erklärt in den sozialen Medien, dass nichts daran stimme und alles ganz anders sei. Er fungiert also eher als Unternehmenssprecher oder «Verteidigungsminister» (Weltwoche) denn als Chefredaktor.

Seine Leistung erschöpft sich im Verhindern. SRF berichtete beispielsweise nicht über die Enthüllungen aus den sogenannten RKI-Files, die Verflechtungen zwischen Politik und Wissenschaft während Corona offenlegten.

Das sei in Deutschland passiert, das sei kein Fall für SRF, befand Brenn. Ein Nachbarland, über das sein Sender ansonsten praktisch täglich berichtet, und das über weit weniger dramatische Dinge. Folgerichtig wurde SRF von der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für die Auslassung gerügt.

Auf welcher Grundlage sich jemand entscheiden könnte, Tristan Brenn zum Chefredaktor des Jahres zu küren, bleibt rätselhaft. Denn selbst wer die journalistische Leistung von SRF für gut befindet: Er hat keinerlei Anhaltspunkte dafür, welchen Anteil Brenn daran hat.

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21.11.2025
Stefan Millius

Stefan Millius

Wie SRG-Chefin Susanne Wille die Schweizer Medien bei der Halbierungs-Initiative auf Linie bringt

Bild: URS FLUEELER / KEYSTONE

Journalisten sollten nicht käuflich sein. Ganze Redaktionen oder sogar Verlage erst recht nicht.

Wie aber soll man es nennen, wenn die Schweizer Verleger sich verpflichten, die sogenannte Halbierungsinitiative zu bekämpfen, wenn die SRG im Gegenzug auch etwas für die Verlage tut?

Konkret geht es um die Online-Berichterstattung der SRG-Kanäle, die über die Jahre laufend gewachsen ist. Mit ganzen Interviews, Reportagen und Analysen sind die Webportale von SRF und Co. inzwischen zu digitalen Zeitungen geworden.

Das haben die Verleger stets kritisiert. Mit gutem Grund: Sie als private Anbieter werden vom mit Zwangsgebühren finanzierten Staatssender konkurrenziert. Nun lenkt die SRG ein und ist bereit, ihre Online-Aktivitäten einzuschränken.

Aber nicht ohne Gegenleistung. Der Verband Schweizer Medien (VSM), dem über 70 Herausgeber von Zeitungen und Zeitschriften angehören, verpflichtet sich gleichzeitig, die Initiative «200 Franken sind genug» zu bekämpfen. Diese Woche hat Médias Suisses, der Westschweizer Verlegerverband, denselben Schritt angekündigt.

Sie begrüsse das, erklärte SRG-Generaldirektorin Susanne Wille öffentlich. Das glaubt man gern. Wille kann nun sicher sein, dass bis zur Abstimmung im März 2026 in den grossen Publikationen der Schweiz kein gutes Haar gelassen wird an der Halbierungsinitiative.

Chefredaktoren werden uns erklären, wie wichtig die SRG ist. Kommentaren werden uns sagen, dass sie mit weniger Geld nicht arbeiten kann. Nicht, weil sie zwingend daran glauben. Sondern weil sich die Herausgeber ihrer Zeitungen auf einen Kuhhandel eingelassen haben, der in früheren Zeiten unter höchster Geheimhaltung in einem Hinterzimmer abgeschlossen worden wäre.

Heute kann man einen solch windigen Deal auf Kosten der unabhängigen Berichterstattung aber offenbar vor den Augen der Öffentlichkeit machen – und ihn sogar noch lautstark feiern.

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David Biner

David Biner

Sind 200 Franken zu viel? SRF macht ein Drama, weil beim Bund zwei befristete Gleichstellungs-Stellen nicht verlängert werden

Man kann genüsslich über Sinn und Unsinn des SRG-Journalismus streiten. Viele Beiträge sind gut, viele sind weniger gut. Manche sind einfach nur zum Lachen. In einem Beitrag vom Donnerstag widmet sich die Journalistin Livia Middendorp zwei (!!) befristeten Stellen, die im Rahmen der Gleichstellungsstrategie 2030 geschaffen worden sind, bereits jetzt aber aus Spargründen nicht weitergeführt werden sollen. Zur Relation: Beim Bund sind rund 43.000 Personen beschäftigt, Tendenz steigend. Im Beitrag geht es also um 0,00005 Prozent aller Bundesstellen.

Man sei nicht bereit, zwei Stellen in diesem so wichtigen Bereich zu streichen, sagt Tamara Funiciello, Cheffeministin der SP. Sie bemängelt den Entscheid der zuständigen Finanzkommission, zumal diese sich gleichzeitig erdreistet hat, «den Schutz von Schafen zu sichern». Auch mit den zusätzlichen 2,5 Millionen Franken für die Präventionskampagne gegen Gewalt an Frauen ist Funiciello nicht zufrieden. Das sei im Verhältnis zu den Subventionen beim Kartoffelanbau wenig.

Im kommenden März stimmt das Schweizervolk über die sogenannte Halbierungsinitiative ab. Sollen die Serafe-Gebühren auf 200 Franken gesenkt werden? Bei dieser publizistischen Priorisierung und linken Propaganda fragt man sich als gezwungener Gebührenzahler schon, wie spar- und reformfähig die SRG überhaupt noch ist. Und ob nicht bereits 200 Franken zu viel sind.

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