Die Passions- und Osterzeit ist dem Ereignis gewidmet, das als das grösste Drama aller Zeiten gelten darf: Gott, die endlose Spekulationsfläche der Kulturgeschichte, enthüllte sein Wesen in Gestalt eines Menschen. Dieser Mensch — Gottes Sohn genannt – widersprach fast allem, was zu erwarten war: verständnisvolle Nähe anstatt hochnäsige Allmachtsdemonstrationen; kaum Drohgebärden, aber viele Liebesbezeugungen; die Lockerung oder Beseitigung religiöser Zwänge; freundliche Zuwendung zu den Menschen, denen man aus dem Weg ging; ferner Zusagen auf eine gute irdische und nachirdische Zukunft. Erstaunlicherweise nahmen nur wenige diese Selbstenthüllung Gottes freudig auf. V ...