Überbrücken der Winterstrom-Lücke mit Fotovoltaik – tönt gut, ist aber ein Märchen, das sich neuerdings in der NZZ verbreiten lässt
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Überbrücken der Winterstrom-Lücke mit Fotovoltaik – tönt gut, ist aber ein Märchen, das sich neuerdings in der NZZ verbreiten lässt

Vor kurzem war in der NZZ zum Thema Ausbau der Solarenergie zu lesen: «Eine Stromlücke ist vermeidbar. Dies, weil der zusätzliche Solarstrom in Kombination mit den Speicherseen der Wasserkraft zu einer sicheren Versorgung im Winter beiträgt.»

NZZ-Redaktor David Vonplon zitiert eine Studie von Thomas Nordmann und Jörg Hofstetter, die das verspricht.

KEYSTONE/GAETAN BALLY
Ein Solateur der Firma IngEne traegt Elemente, um die neuen mit Solarpanels auf dem Dach der Winter und Sports World Wallisellen zu befestigen, fotografiert am Donnerstag, 6
KEYSTONE/GAETAN BALLY

Welcher Zauber ist hier im Spiel, dass die Fotovoltaik-Anlagen, die für die Winterlücke mitverantwortlich sind, zur Rettung werden?

Der Trick, den die Studienautoren anwenden, ist simpel. Sie unterstellen, dass mit jeder Kilowattstunde aus neugebauten Solaranlagen das Strompotenzial unserer Speicherseen «geschont» werden kann: die Wasser-Speicherbatterie wird dank Fotovoltaik-Strom im Winter länger halten.

Das ist aber reine Theorie. Denn die Speicherwerke entscheiden selbständig am Markt, wann sie ihr Speicherwasser verstromen. Und wie schwierig und teuer es ist, auch nur eine minimale Regulierung zu erreichen, hat gerade die Ausschreibung der Elcom für eine Winterreserve gezeigt: Lediglich 0,4 Terawatt-Stunden konnten so gesichert werden – zum horrenden Preis von 72 Rappen pro Kilowattstunde.

Die Annahme der Studie, dass mit dem mageren, flatterhaften Solarstrom-Ertrag im Winter die Füllstände unserer Speicherseen direkt beeinflusst werden können, ist wirklichkeitsfremd. Solarenergie bleibt wegen ihrer Winterschwäche die denkbar schlechteste Ergänzung zur Wasserkraft.

Ganz im Gegensatz zu dem, was der Titel der Studie verspricht: «Dreamteam Wasserkraft und Solarstrom für die zukünftige Energiewende.»

Vielleicht haben die Studienautoren selber gemerkt, wie wackelig ihre These ist: Seit kurzem ist ihre Arbeit unter Swissolar nicht mehr abrufbar. Im Netz bleibt der NZZ-Artikel, der die Propaganda aufgenommen hat.

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