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Philipp Gut redet mit allen, Harold Hamm und die Kunst des Frackings, Mark van Huisseling über die Kriege der Agnellis

Philipp Gut redet mit allen, Harold Hamm und die Kunst des Frackings, Mark van Huisseling über die Kriege der Agnellis

Die Schweiz ist aus dem Häuschen. Die «Grundfesten der Demokratie» seien in Gefahr, heisst es, als müsste man um den Fortbestand der Schweiz und der abendländischen Zivilisation zittern. Plant der Chef der Schweizer Armee einen Putsch gegen den Bundesrat? Wurde das Bundesgericht in Lausanne in Brand gesteckt? Nein: Eine bisher kaum bekannte SVP-Jungpolitikerin hörte einen Vortrag des österreichischen Migrationskritikers Martin Sellner. That’s it. Natürlich klingt der Shitstorm, den dieses Nichtereignis auslöste, wie eine Posse aus Seldwyla, Anno Domini 2024. Doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Es handelt sich um ein besonders greifbares Beispiel des Phänomens der Kontaktschuld: Aus der Sicht ihrer Herolde in Medien und Politik handelt es sich dabei um einen durch nichts zu rechtfertigenden Verstoss gegen die guten politischen Sitten, um etwas vom Schlimmsten, was man heutzutage tun kann. Philipp Gut hat den Fall und die dahinterliegenden Muster untersucht. Den Denk-, Sprech- und Treffverboten hält er entspannt die Urlosung der Demokratie und auch des Journalismus entgegen: Redet mit allen, immer und überall! Seite 22

Photo © Christie's Images / Bridgeman Images
Redet mit allen, immer und überall!
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Harold Hamm ist die Verkörperung des amerikanischen Traums. Geboren als jüngstes von dreizehn Kindern, wuchs er im ländlichen Oklahoma auf und hat in den vergangenen fünfzig Jahren durch Fracking die Energiewelt revolutioniert. Urs Gehriger hat mit dem Pionier über seinen Aufstieg auf den Erdgas-Thron und über den hartnäckigen Widerstand gegen das Fracking gesprochen. «Die Erdgasressourcen reichen für mindestens weitere hundert Jahre», so Hamm. «Es gibt keinen Grund, die Öffentlichkeit mit unwahren Weltuntergangsprognosen zu verängstigen.» Seite 30

Seit Jahren verfolgt Mark van Huisseling die Agnellis. Und in dieser Zeit hat er ein zwiespältiges Verhältnis zu den Mitgliedern von Italiens erster Familie entwickelt: Einerseits wünscht er ihnen, dass sie ihren Frieden mit sich, der Welt und, vor allem, einander finden. Andererseits hofft er, aus geschäftlichen/beruflichen Gründen, dass die Streitereien und Verwerfungen anhalten mögen – worüber sollte er als freier Reporter berichten, wenn von den Industriellen und ihrem Gefolge keine neuen Nachrichten mehr kommen? Zurzeit allerdings, so sieht es aus, versiegt die Story-Quelle noch nicht – dafür sorgt Margherita Agnelli, die Tochter des grossen Gianni Agnelli. Sie klagt schon seit langem gegen ihre Kinder, jüngst schickte sie ihrem erfolgreichen ältesten Sohn John sogar die Finanzpolizei in sein Haus und seine Büros. Es geht um Geld, klar. Besser gesagt: auch um Geld. Worum sonst noch? Seite 35

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