Eine Woche nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana gedenkt die Schweiz am Freitag der vierzig Todesopfer und über hundert Verletzten mit einer nationalen Trauerzeremonie. Die Gedenkfeier findet in Martinach VS statt und vereint Opferfamilien, Staatsgäste und Vertreter religiöser Gemeinschaften. Dies berichtet die NZZ.
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Der Bundesrat hat die Bevölkerung aufgerufen, um 14 Uhr innezuhalten: Fünf Minuten lang sollen landesweit die Glocken aller christlichen Kirchen läuten, gefolgt von einer Schweigeminute. Es ist das erste Mal seit der Corona-Krise 2020, dass die Glocken im ganzen Land erklingen.
Die zentrale Zeremonie beginnt um 13.45 Uhr im Cerm, einem Kongresszentrum im Walliser Rhonetal. Ursprünglich war der Anlass in Crans-Montana geplant, wurde jedoch aus Sicherheitsgründen und wegen erwarteten Schneefalls nach Martinach verlegt.
Bundespräsident Guy Parmelin hatte kurz nach dem Unglück angeordnet, dass die Bundesfahnen fünf Tage lang auf halbmast gesetzt werden. Nun nimmt auch die internationale Staatengemeinschaft Anteil: Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat Vertreter aus 37 Ländern eingeladen, darunter Frankreich und Italien. Emmanuel Macron und Sergio Mattarella haben ihr Kommen bestätigt.
Neben politischen Vertretern sind auch Delegierte der jüdischen, muslimischen und christlichen Religionsgemeinschaften eingeladen. Wortmeldungen seitens der Kirchen sind laut der Schweizerischen Bischofskonferenz nicht vorgesehen.
Die Schweizer Bevölkerung kann die Feier über Liveübertragungen, unter anderem im Kongresszentrum Le Régent in Crans-Montana, mitverfolgen. Auch regionale Veranstaltungen finden statt, etwa ein Gedenkgottesdienst in Brig oder Trauerfeiern in Freiburg und Lugano.