Die Internationale Energieagentur (IEA) ruft angesichts einer globalen Ölkrise zu weniger Autofahrten und niedrigeren Geschwindigkeiten im Strassenverkehr auf. Dies berichtet Euractiv.
IEA-Chef Fatih Birol warnte vor den Folgen des Kriegs im Nahen Osten. «Der Krieg im Nahen Osten führt zu einer schweren Energiekrise», sagte er. Es handle sich um «die grösste Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes». Ohne Lösung würden die Auswirkungen auf Energiemärkte und Volkswirtschaften weiter zunehmen.
FRANK MOLTER / KEYSTONE
Die IEA legte zehn kurzfristige Massnahmen vor, um den Treibstoffverbrauch zu senken und den Preisdruck zu mindern. Im Zentrum steht der Strassenverkehr, der rund 45 Prozent des weltweiten Ölbedarfs ausmacht. Behörden sollen Homeoffice fördern, den öffentlichen Verkehr stärken und die Nutzung privater Fahrzeuge einschränken, etwa durch Rotationssysteme bei Autokennzeichen. Zudem empfiehlt die Agentur geringere Fahrgeschwindigkeiten und verstärktes Carsharing.
Auch Unternehmen sollen ihre Fahrzeugflotten effizienter einsetzen, um den Dieselverbrauch zu reduzieren. Im Flugverkehr rät die IEA dazu, Reisen zu vermeiden und Alternativen zu prüfen. Firmen sollen Geschäftsreisen einschränken.
Weitere Vorschläge betreffen den Einsatz von Flüssiggas sowie industrielle Prozesse. So könnten Wartungsmassnahmen den Ölverbrauch einzelner Anlagen kurzfristig um bis zu fünf Prozent senken.