Der Hamburger FDP-Landesverband steht offenbar kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Wie die Bild-Zeitung berichtet, drohte ihm im November 2025 sogar die Pleite. Interne Unterlagen zeigen demnach ein Minus von rund 120.000 Euro gegenüber dem Haushaltsplan. Die Rücklagen seien binnen weniger Monate von etwa 200.000 auf nur noch 60.000 Euro geschrumpft.
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Als Grund gelten zu hohe Personalkosten und ein kostspieliger Parteiapparat. Ein Sanierungskonzept des bisherigen Landesschatzmeisters Alexander Fröhlich von Elmbach scheiterte an der Basis. Er wollte den Mindestbeitrag der Mitglieder um 5 Euro auf 15 Euro erhöhen – doch die Delegierten lehnten ab. Daraufhin trat Fröhlich von Elmbach am Sonntag zurück.
In einem Brief an die Mitglieder warnte er vor einem «strukturellen Defizit» in den kommenden Jahren. Kurzfristig habe man Einsparungen beim Personal und Betrieb beschlossen, zudem würden Spenden eingeworben und ausstehende Beiträge eingetrieben. Auch eine Stundung von Zahlungen an Bezirksverbände sei erfolgt.
Die FDP Hamburg verfügt zwar über eine Kreditermächtigung der Bundespartei in Höhe von 40.000 Euro, hat diese aber bislang nicht genutzt. Beobachter gehen davon aus, dass sich der Landesverband höchstens bis 2028 über Wasser halten kann – ohne neue Einnahmen droht die Insolvenz.