Beim ersten bemannten Flug des Boeing-Raumschiffs Starliner kam es im April 2024 fast zu einem folgenschweren Zwischenfall. Wie nun bekannt wurde, wäre die Kapsel beim Andocken an die Internationale Raumstation (ISS) beinahe unkontrollierbar geworden – und das nur wenige Hundert Meter vor dem Ziel. Vier von fünf Steuertriebwerken fielen nacheinander aus, der Kommandant Butch Wilmore musste in letzter Sekunde den Autopiloten ausschalten und manuell steuern.
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Das riskante Manöver gelang nur dank eines Notneustarts der Bordsysteme, der kurzfristig die Kontrolle über das Raumschiff wiederherstellte. Zwischenzeitlich blieb nur ein funktionierender Antrieb – zu wenig für eine sichere Navigation im Raum. «Ein weiterer Ausfall, und wir hätten die Orientierung verloren», erklärte Wilmore laut Tagesspiegel. Die Nasa entschied sich gegen einen sofortigen Abbruch, da auch eine Rückkehr zur Erde mit defekter Steuerung lebensgefährlich gewesen wäre.
Die Astronauten Wilmore und Suni Williams mussten deshalb neun Monate auf der ISS bleiben, ehe sie im September 2024 mit einem anderen Gefährt zur Erde zurückkehrten. Die Nasa kündigte nun einen weiteren Testflug des Starliner an, vermutlich unbemannt. Der Ruf der Boeing-Kapsel gilt als schwer beschädigt. Raumfahrtexperte Fabian Eilingsfeld bringt es auf den Punkt: «Der Starliner stirbt.»