Die Massnahmen, die in der EU-Politik unter dem Titel Natur- und Umweltschutz ausgebrütet werden, nehmen bisweilen Formen an, die jegliche Verhältnismässigkeit vermissen lassen.
– Beim Neubau des Bahnhofs Stuttgart («Stuttgart21») war in zwei Bäumen der -geschützte Juchtenkäfer gefunden -worden. Die Bäume mussten unter allen Umständen erhalten und die Bauausführung komplett umgestellt werden. -Zeitverlust: drei Jahre. Zusatzkosten: zwanzig -Millionen Euro.
– In Tübingen wurde ein Erweiterungsbau des Universitätsklinikums vereitelt, weil ein Ziegenmelker gehört worden war. Der seltene Vogel mit dem -ungewöhnlichen Namen war ein einziges Mal beobachtet worden. Dennoch wurde das 500-Millionen-Euro-Projekt auf Eis gelegt.
– In Berlin wurde im Sommer 2025 ein Neubauprojekt mit 2500 Wohnungen um über ein Jahr verzögert. Knapp vor Baubeginn des bewilligten Projekts wurde ein Ameisenhaufen einer geschützten Ameisenart gefunden. Die Ameisen -dürfen umgesiedelt werden. Das durfte jedoch nicht sogleich geschehen, sondern muss bis im folgenden Frühjahr warten. Dann gilt aus Vogelschutzgründen bereits das allgemeine Rodungsverbot, das jeweils bis im Herbst dauert.
– Als Schutz vor Wölfen werden Zäune oder Herdenschutzhunde vorgeschrieben. In Nordrhein-Westfalen hatte ein Tierhalter Herdenschutzhunde im Einsatz. Wenn Wölfe auftauchten, oder auch bei Füchsen, nächtlichen Spaziergängern und anderem, bellten die Hunde. Sie sind lebende Alarmanlagen, das ist ihr Job. Wegen einer Nachbarschaftsklage wurde dem Tierhalter -gerichtlich verboten, Herdenschutzhunde nachts draussen zu halten.