Kunst
Zwei Seitendes Harald Naegeli
Harald Naegeli: Den Vogelflug, die Wolkenbewegung misst man auch nicht mit dem Zollstock! Der «Sprayer von Zürich». Texte und Gespräche 1979-2022. Hrsg. v. Urs Bühler und Anna-Barbara Neumann. Nimbus. 272 S., 190 Abb., Fr. 36.-
Noch heute spaltet er die Geister. Für alle, die wissen, wo Gott hockt, ist und bleibt er einer, der im öffentlichen Raum unerlaubterweise Spuren hinterlassen hat, die der Gesetzgeber als Sachbeschädigung definiert. Der Urheber dieser «Sachbeschädigungen» sieht das freilich anders und mit ihm viele, Laien wie Kunstsachverständige, die sich für Harald Naegelis Kunst auf Mauern und Wänden begeistern: wunderbare Eulenspiegeleien, die auf die Gesichtslosigkeit und architektonische Hässlichkeit der Städte witzig und mitreissend abstrakt reagieren; Gratiskunst, die nur ihren Schöpfer etwas kostet – die «ersten marktfreien Kunstattacken». ...