Es gibt politische Momente, in denen nicht ein Ereignis, sondern eine Atmosphäre umschlägt. Man spürt, dass etwas zu Ende geht, ohne schon benennen zu können, was beginnt. 2025 war ein solches Jahr für die amerikanische Rechte. Die vertrauten Koordinaten – Patriotismus, evangelikales Christentum, Loyalität zu Israel – wirkten plötzlich wie Relikte einer vergangenen Ordnung. An ihre Stelle trat ein neues, unruhiges Denken: misstrauisch, identitär, digitalisiert bis zur Paranoia. Die Rechten begannen über sich selbst zu sprechen wie über eine bedrohte Minderheit. In der veränderten Selbstwahrnehmung verschob sich auch der Blick auf alte Verbündete. Aus diesem Klima stieg ...