Sigmaringen
Im August 1944, zwei Monate nach der Landung der Alliierten in der Normandie, begann in Süddeutschland eine Episode, die zu den abstrusesten, man möchte sagen: tragikomischsten des Zweiten Weltkriegs gehört – wenn auch die Zeitumstände wenig Platz für Komik boten. Das Dritte Reich machte nämlich das Donaustädtchen Sigmaringen, nördlich des Bodensees und nur etwa fünfzig Kilometer von der Schweizer Grenze gelegen, zum französischen Regierungssitz. Die Nazis verfrachteten die mit dem NS-Regime kollaborierende Vichy-Marionettenregierung mitsamt Marschall Philippe Pétain nach Sigmaringen und brachten sie im dortigen Hohenzollern-Schloss unter. Dieses wurde zu ...