In der Primarschule galt bei uns katholischen Schülern ein Beichtzwang. Folglich musste man sich einmal in der Woche einige Sünden ausdenken. Denn im Beichtstuhl zu sagen, man habe diese Woche nicht gesündigt, wäre gewesen, als würde man in einem Schuhgeschäft zum Verkäufer sagen: «Guten Tag, ich möchte keine Schuhe kaufen.» Der Pfarrer erwartete einfach Sünden, also lieferte man ihm einige harmlose Vergehen («Habe die Hausaufgaben nicht gemacht»), und wenn man merkte, dass es ihm zu wenig war, bot man ihm noch eine Lüge an oder dass man das Meerschweinchen über den Sofarand gestossen hatte. Wenn alle Sünden ordentlich angemeldet worden waren, kam der schöne Teil: Man ...