Tel Aviv
Ich bin nicht nach Israel gereist, um mir eine Meinung zu bilden. Meinungen gibt es genug. Sie kleben an diesem Land wie Sand auf nasser Haut: unausweichlich, hartnäckig, überall. Ich bin nach Israel gereist, weil ich wissen wollte, wie es sich anfühlt, in einem Land zu sein, in dem die Geschichte nicht abgeschlossen ist. Wie es sich denkt, lebt, liebt, arbeitet, lacht, wenn Vergangenheit keine Erinnerung, sondern Gegenwart ist. Als Frau. Als Westlerin. Als jemand, der den sogenannten Orient weder romantisieren noch moralisieren will.
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