Weltwoche: Herr Engel, in Zürich Wiedikon wurde kürzlich ein 26-jähriger Jude von einem 40-jährigen Kosovaren mit brutalen Faustschlägen niedergeschlagen, dazu wurde er übelst antisemitisch beschimpft. Wie haben Sie diesen konkreten Vorfall erlebt?
Philipp Peyman Engel: Es war ein Schock, aber leider keine Überraschung. Solche Angriffe sind keine Ausnahme mehr, sondern sind die Regel geworden – auch in Zürich. Ich komme aus Berlin, wo ich das seit Jahren kenne, und bin vor zweieinhalb Jahren in die Schweiz gekommen mit der Hoffnung, dass das jüdische Leben hier noch ein Stück sicherer ist. Das ist es auch – die Gefahr ist weniger akut als in Berlin –, aber die Bed ...