Wenn nächsten Mittwoch in den Niederlanden die Wahlbüros öffnen, richten sich die Augen mit Spannung auf Dilan Yesilgöz. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes hat eine Frau – und ein Kind von Einwanderern – grosse Chancen, das Ministerpräsidentenamt zu erobern. Die 1977 in Ankara geborene türkisch-kurdische Yesilgöz floh im Alter von sieben Jahren mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in einem klapprigen Boot auf die griechische Insel Kos. Sie folgte ihrem Vater, der vier Jahre zuvor in die Niederlande geflüchtet war. Als Menschenrechtsaktivist und Gewerkschafter stand er nach der Machtübernahme des Militärs in der Türkei am 12. September 1980 unter grosser Gefahr, ...