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E-Mobilität

Schock für «Steckerfahrzeuge»

Die Schweiz verfehlt ihre selbstgesteckten Ziele bei E-Autos.Das Kartell der Elektromobilität kassiert einen Rückschlag.
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Der Schweizer Staat, die Automobilindustrie und Klimaaktivisten hatten sich viel vorgenommen: Bis zum Jahr 2025 sollten die «Steckerfahrzeuge», also reine Elektroautos plus Plug-in-Hybride, die Hälfte aller Neuzulassungen ausmachen.

Herausgekommen sind trotz umfangreichen Werbemassnahmen und Steuererleichterungen gerade einmal 33,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) für 2025 bekanntgab. Damit liegt das Bündnis aus Bund, Wirtschaft, Verbänden, NGOs und Wissenschaft unter der Federführung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) weit vom eigenen Anspruch entfernt.

Evgeny&Karina Gerasimovi / scharfsinn86 - stock.adobe.com
Für die Zielerreichung viel zu langsam.
Evgeny&Karina Gerasimovi / scharfsinn86 - stock.adobe.com

 

Rund 76 300 Autos fehlen jährlich

2025 wurden in der Schweiz 232 602 neue Personenwagen zugelassen. Das war ein Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2025 war schon das sechste Jahr in Folge mit deutlich weniger Neuzulassungen als vor der Coronavirus-Pandemie. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 sind das rund 76 300 Neuwagen weniger pro Jahr. Der Anteil an E-Autos wächst im schrumpfenden Gesamtsamt – aber für die Zielerreichung eben viel zu langsam.

Die Neuzulassungen der reinen E-Fahrzeuge stiegen im vergangenen Jahr um 15,6 Prozent, und ihr Anteil an allen Neuwagen kletterte auf 22,7 Prozent. Schweizer fragten aber auch Plug-in-Hybride wieder kräftig nach. Das Plus betrug 26,1 Prozent, was einem Marktanteil von 11,2 Prozent nach 8,7 Prozent im Vorjahr entsprach. Zusammengenommen reichen die 33,9 Prozent der am Stromnetz aufladbaren «Steckerfahrzeuge» aber nicht für den politisch beschworenen Durchbruch der Elektromobilität.

Die Schweiz platzierte sich mit einem Elektroanteil der Typen um Tesla & Co., ohne Plug-in-Hybride, von rund 23 Prozent bei neuen Personenwagen nur im europäischen Mittelfeld, stellten die BFS-Statistiker auf Basis von Angaben des Automobilherstellerverbands Acea nüchtern fest.

 

Ziele weichgespült

Die «Roadmap Elektromobilität» der 71 Schweizer Akteure sah neben dem Ziel für den Anteil an «Steckerfahrzeugen» aber auch den Ausbau des Ladenetzes auf 20 000 öffentlich zugängliche Ladestationen vor. Das Laden sollte dabei nutzerfreundlich und netzdienlich sein.

Doch von alldem spricht kaum mehr jemand. Die Verantwortlichen verwässerten sogar die Sprache. Statt von 20 000 Ladestationen ist plötzlich nur noch von «Ladepunkten» an 20 000 Ladestandorten die Rede, was einen feinen Unterschied markiert. Inhaltlich ist es ein Rückschritt – politisch dürfte es ein Rettungsmanöver sein.

 

Kundenstreik als Hauptgrund

Trotz weniger Neuwagen wuchs 2025 der Bestand an Personenwagen in der Schweiz um 33 811 Fahrzeuge, das ist ein Plus von 0,7 Prozent. Das klingt wie ein Widerspruch, doch hat es seine Richtigkeit. Die Schweizer behalten ihre Autos nämlich länger in Betrieb. Das Durchschnittsalter der Personenwagen ist mittlerweile auf 10,8 Jahre gestiegen. Im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, lag der Wert noch bei 9,2 Jahren im Schnitt.

Beim Gesamtbestand bleibt die Elektromobilität eine Randerscheinung: Der Anteil rein elektrischer Personenwagen erhöhte sich in der Schweiz 2025 lediglich von 4,2 auf 5,2 Prozent – ungefähr jedes zwanzigste Auto fährt also elektrisch. Die Schweizer lieben die Verbrennermotoren. Die grosse Umstellung, die Politik, Industrie und Aktivisten im Gleichklang beschworen hatten, findet auf Schweizer Strassen schlicht nicht statt. Das Kartell der Elektromobilität, angeführt vom Uvek, ist somit vorerst an der Realität gescheitert.

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