Wenn man die Rehabilitationszentren für schwerverwundete ukrainische Soldaten besucht, lernt man rasch, mit dem schockierenden Anblick umzugehen. Man zuckt nicht zusammen, schaut nicht weg, natürlich nicht. Man lernt, wie die hervorragenden Ärzte und Schwestern und Physiotherapeuten es machen – man konzentriert sich nicht auf die Wunden, sondern auf den Menschen, auf das Individuum. Und obwohl viele Frauen in diesem bestialischen Krieg verwundet oder getötet wurden, habe ich in Kiew und Lwiw mehr als hundert schwerverwundete Soldaten gesehen, in drei Spitälern, und es waren ausnahmslos Männer.
...