Bern
Es war der längste Moment in der Karriere des schnellen Markus Ritter. Ewig dauerten die Minuten, bis die Stimmenzähler wieder in den Saal kamen und die Ratspräsidentin offiziell bekräftigte, was schon alle wussten. Gewählt ist: nicht Markus Ritter.
Jede Bundesratswahl hat ihre eigenen Geschichten. Viele davon konnte man am vergangenen Mittwoch zwischen den beiden Wahlgängen beobachten. Da sass der sichtlich mitgenommene Ritter. Man sah die Aura des unbesiegbaren Bauernpräsidenten davonfliegen, weit hinauf, irgendwo unter die trübe Glasdecke. Seine verbliebenen Mitstreiter standen mit gesenktem Kopf um ihn herum, die Hände in den Hosentaschen, wie ein Jodlerklub an ...