Wenn man im Südtessin wohnt und einen Ölwechsel braucht, fährt man zur letzten Schweizer Autowerkstatt vor der italienischen Grenze. In meinem Fall ist das Luigi. Ich sage zu Luigi: «Ölwechsel. Wie viel kostet das?» Luigi führt seine Hand zum Mund und sagt: «Muss essen. Die Familie muss essen. Kostet 120.» Luigi hat gar keine Familie mehr, die sind alle nach Lausanne oder Zürich weggezogen. Ich lache und sage: «120! Drüben kostet es nur 70. Und die essen auch. Also ciao, ich fahre rüber.» «Warte», sagt Luigi, «mache es für 90. Dann esse ich eben heute nichts.» Das hört man gern.
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