Nietzsche ist wieder da. Wer von «Zeitenwende» spricht, könnte auch «Morgenröthe» meinen. Oder Putins «Wille zur Macht» und die «Ewige Wiederkunft des Gleichen». Was ist «Wahrheit und Lüge» zu Zeiten von Corona und Ukraine-Krieg? Alles «Jenseits von Gut und Böse»? Friedrich Nietzsche war immer schon ein grosser Stichwortgeber, wollte es auch sein. Aber dass er sich selbst als Nihilisten sah, als «Übermenschen», der mit dem Hammer philosophiert und alles in Trümmer schlägt, was die Schulphilosophie und vor allem die Metaphysik mit ihren brüchigen Idealen hervorgebracht haben, zeigt eben auch den anderen, vielstimmigen, mehrdeutigen Nietzsche; wir können ihn nicht ...