Im vergangenen Jahr wurde in Venedig der 300. Geburtstag des grossen Abenteurers, Unternehmers, Schwindlers, Spielers und Wüstlings Giacomo Casanova begangen. Im November führte eine Gruppe britischer Autorinnen und Autoren, Akademikerinnen und Akademiker einen «Prozess gegen Casanova» – im Kulturinstitut Ateneo Veneto in einem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäude, einen Steinwurf von der Piazza San Marco entfernt. Es ging um die Frage: «War der berüchtigte tombeur de femmes ein Sexverbrecher?» Die Geschworenen – das Publikum – befanden durch Handerheben zur grossen Mehrheit: «Ja.»
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