Die Menschenschlange windet sich beinahe endlos um das Zürcher Volkshaus. Die Wartenden trotzen mit ihren Regenschirmen dem widrigen Wetter und warten geduldig auf Einlass: Angela Merkel ist da. So etwas gab es hier noch nie, raunt ein Volkshaus-Mitarbeiter. Bei Lenin ganz sicher nicht, der kurz vor seiner Abreise nach Russland an gleicher Stelle eine Kampfrede hielt. Doch bei Merkel gelten andere Massstäbe. Seit ihre Memoiren «Freiheit» die Bestsellerlisten stürmen, ist sie aus der Tiefe des Politraums aufgestiegen und mutiert zur Nebenkanzlerin, die sogar – wie vergangene Woche – dem offiziellen CDU-Kanzlerkandidaten Merz die Leviten liest.
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