Ich tippe dies am bislang heissesten Tag des Jahres, es ist 19 Uhr, hat noch 34 Grad, da sind keine Vögel, kaum Insekten, die Tauben schweigen und die Welt auch, das Rauschen des Verkehrs ist erlahmt, die Menschen sind im Schatten, die Strassen glühen. Die Buchstaben fühlen sich an wie Schweisstropfen. Und da sind die Eiswürfel in einem Glas Weissweinschorle, die, so scheint mir, schon wegschmelzen, bevor sie kühlen. Mag sein, dass all dies eine Glocke über meine Wahrnehmung stülpt. Vielleicht aber auch nicht, und dieses kleine, aufgeheizte Delirium vermag mitzuteilen, was Sache ist.
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