Mit 88 Jahren hatte sie sich noch einmal eine neue Lebensaufgabe gestellt. Sie wollte der Jugend in Deutschland von den Gräueln des Holocaust erzählen, die sie als junges Mädchen er- und überlebt hatte. Sie sprach in Hunderten von Schulen und Institutionen über ihr Leben unter dem NS-Regime. Dabei ging es ihr nicht bloss um Erinnerungsarbeit. Die gebürtige Berlinerin hielt stets auch ihr moralisches Vermächtnis wach: «Seid Menschen» — auch wenn draussen die Hölle los ist. «Wir können nicht ändern, was geschehen ist», sagte sie immer wieder, «aber wir dürfen niemals zulassen, dass es wieder geschieht.»
...