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Männlichkeits-Mosaik

Tamara Wernli

Männlichkeits-Mosaik

Die vielfältigen Persönlichkeitstypen des modernen Mannes, von Alpha bis Sigma.

In den Weiten der Online-Communitys haben sich einige Begriffe breitgemacht, besonders in Diskussionen über Dating und Beziehungen. Von Alpha-Löwen über Betas, Sigmas bis zu Omegas und Lambdas, die Bandbreite ist riesig. Aber weil wir keine Zeit für das ganze Alphabet haben, konzentrieren wir uns auf die ersten drei.

Illustration: Fernando Vicente
Männlichkeits-Mosaik
Illustration: Fernando Vicente

Und bevor sich jemand beschwert von wegen «Männer in enge Kategorien zwängen? Niemals!» – natürlich nicht. Wir sind hier nicht bei den Social Media, und diese Kategorien sind keine strikten Klassifizierungen, sondern eher Modelle, um verschiedene Persönlichkeitstypen zu beschreiben. Männer können selbstverständlich eine Mischung aus verschiedenen Merkmalen aufweisen. Zum Beispiel kann jemand in beruflichen Situationen alphaähnliche Eigenschaften zeigen und in Beziehungen eher betaähnliche.

Das Alpha-Männchen ist in der Biologie das dominanteste Wesen der Gruppe, es trommelt auf seine Brust und brüllt: «Hier bin ich, Welt!» In der Hierarchie steht es an oberster Stelle. In der Gesellschaft sind es jene Männer, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie einen Raum betreten. Sie sind so selbstbewusst, dass sie jeden Kampf mit dem Spiegel gewinnen. Alphas ergreifen gern die Initiative, treffen Entscheidungen, verfolgen entschlossen ihr Ziel, vor Konfrontation und Herausforderungen scheuen sie sich nicht; beruflich sind sie oft sehr erfolgreich.

Die Damenwelt fühlt sich vom Alphamann angezogen. Er ist der charismatische Hauptdarsteller eines jeden Rosamunde-Pilcher-Romans. Sein selbstbewusstes Auftreten und die Tatsache, dass er oft Respekt und Autorität geniesst, strahlen Sicherheit und Stabilität aus. Nicht zu vergessen die gute alte Hypergamie: Frauen haben oft eine Schwäche für Männer, die in der Gesellschaft eine bedeutende Stellung einnehmen.

Frauen haben oft eine Schwäche für Männer, die in der Gesellschaft eine bedeutende Stellung einnehmen.

Aber nicht allen gefällt die Alpha-Show, manche bevorzugen eher die beta males. Der Begriff kann negativ (Follower, passiv, unterwürfig) oder positiv konnotiert sein (empathisch, kooperationsbereit). Im Gegensatz zum Alpha-Don-Juan steht der Beta-Mann weiter unten auf der sozialen Leiter. Betas überlassen gerne anderen Führung und Initiative, sie sind weniger dominant, aggressiv und selbstbewusst, legen weniger Wert auf sozialen Status. Sie bekommen im Klub nicht den VIP-Tisch, haben aber auch nicht ständig den Stress, den Bauchansatz zu verbergen.

Das heisst nicht, dass sie nicht erfolgreich sein können, denn zu ihren Fähigkeiten zählt Empathie, sie können sich gut in andere hineinversetzen, Probleme lösen sie mit Diplomatie (und einer Tasse Ingwertee in der Hand) statt mit Konfrontation. Ihre zurückhaltende, manchmal sogar schüchterne Art wirkt auf Frauen einfühlsam, süss, manche nennen es Welpenbonus. Für eine Frau, für die Bodenständigkeit wichtig ist und die es angenehm findet, wenn ein Mann nicht zu sehr auf äusserliche Anerkennung fixiert ist, ist dieser Anti-Tarzan vielleicht genau die richtige cup of tea.

Der Begriff Sigma-Mann ist relativ neu, er kommt aus der manosphere, einer Online-Subkultur, die sich mit männlicher Selbstentwicklung beschäftigt. Die Definitionen von Sigma variieren stark. Der Stern behauptet: «Die Attitüde des sigma male bietet die perfekte Ausrede für soziale Abgeschiedenheit», er sei «herablassend, abgestumpft, sexistisch». Auch mit Misogynie bringt man ihn in Verbindung, als wäre ein Sigma-Mann nichts weiter als ein mürrischer, gekränkter Einzelgänger. Ein wohl überzogenes Pauschalurteil, denn nicht jeder Einzelgänger hegt eine Feindseligkeit gegenüber Frauen.

Grundsätzlich ist der Sigma ein selbstbewusster, unabhängiger Denker, ein Individualist. Im Gegensatz zum extrovertierten Alpha zieht er sich lieber zurück und handelt nach seinem eigenen Kompass. Seine Ziele verfolgt er motiviert, jedoch schert er sich nicht um gesellschaftliche Erwartungen und Normen, hat kein Interesse an der Meinung der Masse (sondern zeigt ihr – metaphorisch – den Mittelfinger). Er legt wenig Wert auf soziale Bestätigung, sondern schätzt Unabhängigkeit und Freiheit. Obwohl er in Gesellschaft überzeugend auftreten kann, zieht er es vor, allein in seiner Wolfshöhle oder im kleinen, vertrauten Kreis zu sein. Frauen fühlen sich von dieser eigenständigen Art oft angezogen.

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