Als erster Jude bekleidete Alfred Dreyfus in der französischen Armee den Grad eines Hauptmanns. In der École militaire gehörte er zu den Besten seines Jahrgangs, doch schon bei den mündlichen Prüfungen machte man ihm klar, dass der Generalstab keine Juden wollte. 1894 wurde er der Spionage angeklagt. Seine Verurteilung war kein Justizirrtum. Dreyfus diente als Sündenbock des von der Niederlage 1871 und der deutschen Reichsgründung im Schloss von Versailles traumatisierten Landes. Die Kirche, die Rechtsextremisten und viele Linke frönten dem Antisemitismus. Im Klima der Dreyfus-Affäre entwickelte Theodor Herzl seine Idee eines Judenstaats.
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