Das Erdbeben von Lissabon 1755 forderte 60 000 Menschenleben und zerstörte die reichste Stadt Europas. Die Naturkatastrophe brachte auch das christliche Weltbild ins Wanken.
Als am Vormittag des 1. November 1755, einem strahlblauen Herbsttag, die katholischen Kirchen mit Gläubigen vollbesetzt waren, um der Heiligen und vorbildlichen Nachfolger Christi zu gedenken, bebte in und um Lissabon die Erde. Anstatt des erhofften Segens von oben krachten Trümmer des steinernen Baldachins auf die Gläubigen. Zehntausende starben in den Gotteshäusern oder auf dem Weg dorthin.
Kein Rückgriff auf Schuld und Sühne: Philosoph Kant.
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