Kunst
Linienzauberer und Hell-dunkel-Magier
Félix Vallotton: Illusions perdues. Kunstmuseum Winterthur, Reinhart am Stadtgarten und Villa Flora. Bis 7. September. Begleitpublikation, hrsg. von Andrea Lutz und David Schmidhauser. Scheidegger & Spiess. 272 S., 150 Abb., Fr. 39.90
Wer sich auf diesen Künstler einlässt, der wird ihn kaum mehr los. Ein Komponist sondergleichen, ein genauer Beobachter, der das äussere Erscheinungsbild dessen, was ist, so genau zu lesen versteht und seine Eindrücke so zu formen und wiederzugeben weiss, dass unter der Oberfläche das innere Wesen hervortritt. Schön und schonungslos. Félix Vallotton (1865—1925) ist ein Beobachter, der seinen Motiven eine Präsenz verleiht, die immer stark, aber kaum je einfach zu deuten ist. Eine Präsenz, die sich zwischen augenerfülltem Einverständnis und mehr oder weniger heimlich verborgener Aggressivität bewegt; nicht selten lauert etwas im Bild. Das trägt entscheidend bei zur ...

