Bücher der Woche
Kunst der Begegnung
Ferdinand von Schirach: Der stille Freund. Luchterhand. 176 S., Fr. 33.90
Dass der Mann schreiben kann, stellt er seit vielen Jahren unter Beweis – Ferdinand von Schirach verfügt aber darüber hinaus über die seltene Gabe, in flüchtigen Begegnungen das Besondere zu entdecken, das dem Menschen seine Einzigartigkeit verleiht. Die daraus entstandenen literarischen Miniaturen lassen die geschilderten Personen höchst präzise und plastisch aus den Zeilen treten, als wären sie Teil einer Filmaufnahme. In «Der stille Freund» geht es nicht ausschliesslich um persönliche Begegnungen, der Schriftsteller erzählt auch von längst Verstorbenen, die ihn beeindruckt haben, weil sie in kritischen, sogar lebensgefährlichen Situationen Haltung bewahrt haben ...

