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Künstliche Intelligenz als Klimahebel

Künstliche Intelligenz prägt Wirtschaft und Gesellschaft immer stärker. Nur Energieverbrauch und Ressourcenbedarf sind problematisch. Trotzdem kann KI für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Einst akademisches Nischenthema, ist KI heute fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Laut einer aktuellen Deloitte-Studie gehen rund 80 Prozent der befragten Führungskräfte weltweit davon aus, dass der Einsatz von generativer KI ihre Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre grundlegend verändern wird. Schon heute investieren viele Firmen umfassend in KI-Systeme.

Entscheidend fürs Klima ist, wie die Energie erzeugt wird.

 

Drei Gegenstrategien

Doch mit dem technischen Fortschritt wächst auch der Energiebedarf. In Grossbritannien etwa warnen Experten, dass sich der Stromverbrauch von Rechenzentren innerhalb eines Jahrzehnts versechsfachen könnte. Manche Studien gehen davon aus, dass KI bis zum Ende des Jahrzehnts bis zu 4 Prozent des globalen Stromverbrauchs verursachen könnte – mehr als der gesamte heutige Strombedarf Japans. Auch die Chipproduktion verbraucht beachtliche Mengen an Wasser und kritischen Rohstoffen. Eine besondere Herausforderung: Der Rebound-Effekt macht Effizienzgewinne zunichte. Effizientere KI-Hardware führt oft dazu, dass noch mehr Rechenleistung eingesetzt wird.

Damit KI einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann, sind drei Strategien zu verfolgen:

1 _ Umweltfreundliche Bereitstellung und Nutzung. Bei der umweltfreundlichen KI-Bereitstellung hat die Schweiz selber einiges in der Hand, indem sie effiziente und mit erneuerbaren Energien versorgte Rechenzentren ermöglicht. Solche lokalen Rechenzentren können auch gezielt das Recycling seltener Rohstoffe verbessern. Daraus ergibt sich auch eine Synergie für die Wirtschaft: Lokale Rechenzentren helfen Schweizer Unternehmen, unabhängig von globalen Tech-Konzernen zu agieren; für sie kann es sinnvoll sein, in eigene Rechenzentren oder Partnerschaften mit Energieversorgern zu investieren.

2 _ Effiziente Nutzung der KI. Gleichzeitig können bei der Nutzung Kosten und Umweltbelastung reduziert werden, indem Firmen stärker auf kleinere, effizientere KI-Modelle setzen, anstatt nur auf die grössten und rechenintensivsten Systeme zu vertrauen. Zudem lohnt sich ein kritischer Blick auf die Datengrundlagen – nicht jedes System muss mit Milliarden von Datenpunkten gefüttert werden, um gute Ergebnisse zu liefern.

3 _ KI als Hebel für Nachhaltigkeit. Der dritte und wohl mächtigste Hebel ist die Nutzung der KI, um die Nachhaltigkeit voranzubringen: Bei der Integration erneuerbarer Energien helfen Algorithmen, etwa durch bessere Prognosen bei Windstrom – mit bis zu 20 Prozent höherem Nutzwert. In der Abfallwirtschaft unterstützt KI die Sortierung und erhöht Recyclingquoten. In der Landwirtschaft hilft KI bei der Bewirtschaftung und spart Wasser und Pestizide. Umweltmonitoring mit KI erkennt Entwaldung und erstellt Katastrophenprognosen. Auch die von vielen Unternehmen kritisierte Nachhaltigkeitsbürokratie lässt sich mithilfe von KI eindämmen: komplexe ESG-Berichte können automatisiert und zielgruppenspezifisch aufbereitet werden.

 

Eine Frage der Prinzipien

Die Beispiele zeigen: Verantwortlich gesteuerte KI kann den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft beschleunigen – dafür braucht es Innovation, Regulierung und verantwortungsvolle Zusammenarbeit.

KI ist nur so nützlich wie die Prinzipien, die sie steuern. In einer Zeit ökologischer Dringlichkeit und technologischer Chancen kommt es darauf an, KI gezielt für Nachhaltigkeit einzusetzen. Jedes Unternehmen kann beitragen: umweltfreundliche Rechenzentren nutzen, KI effizient einsetzen und nach nachhaltigen Anwendungen suchen.

 

Bastien Girod ist Partner bei Deloitte Schweiz. Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit dem Deloitte-KI-Experten Marc Beierschoder erarbeitet.

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