Bücher der Woche
Konservativer in Dauerkrise
Wolfgang Schäuble: Erinnerungen. Mein Leben in der Politik. Klett-Cotta. 656 S., Fr. 52.90
Zu den unverwüstlichen Legenden, die sich um die 68er Bewegung ranken, gehört die Behauptung, die randalierenden Studenten hätten mit dafür gesorgt, dass die deutsche Gesellschaft das bleierne Beschweigen ihrer Nazivergangenheit beendete. Tatsächlich haben die neomarxistischen Aktivisten für die Untaten in den Hitler-Jahren höchstens rhetorische Floskeln übriggehabt, mit der Naziverstrickung sollte das propagandistische Konstrukt eines faschistischen Charakters der Bundesrepublik untermauert werden. Jean Améry, Auschwitz-Überlebender und Zeitzeuge von 1968, beschrieb in seiner Essaysammlung «Der neue Antisemitismus», wie die Linken in den 1960er und 1970er Jahren sic ...

