Wir Schweizer wählen Politiker und dulden Beamte, die unser Land nicht klein genug reden können. Sie wollen uns erlösen durch die Integration in die Europäische Union. Wir seien schwach, anfällig und mitgenommen, wir könnten nur im Schutz eines Grösseren überleben. Sie zittern und schlottern vor der EU wie ein Kaninchen vor der Schlange. Der ausgehandelte Anbindungsvertrag sei unumgänglich. Man solle gefälligst die realen Grössenverhältnisse sehen – 27 Staaten mit 450 Millionen Einwohnern.
Illustration: Fernando Vicente
In einer unsicheren Welt liege das Heil einzig in den starken Armen Europas. Doch wie robust steht dieser grosse Bruder da? Wenn über Frieden im Nahen Osten oder in der Ukraine verhandelt wird, sitzt die EU nicht einmal am Katzentisch. Ihre Kriegsrhetorik ist umgekehrt proportional zur Abwehrbereitschaft. Ihr Anteil an der Weltwirtschaft liegt noch bei 14 Prozent. Die Verschuldung der Staaten ist genauso verheerend wie der endlose Migrationsstrom. Die Opposition wird mit Zensur und Demokratieabbau erstickt. Grelle Klimapanik, galoppierende Inflation nebst Abbau der Industrie und Ausbau des Sozialismus haben die Europäische Union in die grösste Krise der Nachkriegszeit gestürzt.
An diese krisengeschüttelte EU wollen unsere kleinmütigen Gernegrosse in Bern die Schweiz andocken. Gleichzeitig plustern sie sich gegenüber den wirklichen Supermächten auf. Da spielen die Macht- und Grössenverhältnisse plötzlich keine Rolle mehr. Den grottendoofen Amerikanern werden wir schon den Meister zeigen. Das fehlte ja noch, dass wir uns von der US-Zollpolitik beeindrucken lassen. Den bösen Russen haben wir mit unserer Sanktionspolitik auch wirksam die Uniformknöpfe eingetan. Und den Chinesen präsentieren wir Humanitätsweltmeister ohnehin täglich die rote Karte. Die 1,4 Milliarden sind ja zum Glück ziemlich weit weg.
Die verzagten EU-Unterwerfer und grossmäuligen Kritiker von USA, Russland und China sind schmerzfrei in ihrer Peinlichkeit. Sie sehen sich als Weltbürger und sind bloss EU-Spiessbürger. Bei ihnen haben sogar die Gedanken Hausverbot.