Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Je suis Charlie

Anabel Schunke

Je suis Charlie

Es war, als würde ein Familienmitglied sterben.

Stellen Sie sich einen Moment vor, Sie würden in einem Land leben, in dem man sich eher dafür rechtfertigen muss, einen konservativen Aktivisten zu betrauern, als wenn man sich über seinen Tod freut. Dieses Land ist Deutschland. Eine Freiluftirrenanstalt, in der man so lange von Linken gaslighted wird, bis man selbst den Verstand verliert.

Illustration: Fernando Vicente
Je suis Charlie
Illustration: Fernando Vicente

Eine der wichtigsten konservativen Stimmen aus den USA ist tot. Charlie Kirk wurde ermordet. Erschossen von einem 22-jährigen jungen Mann, der allem Anschein nach zwar in einer republikanischen Familie aufwuchs, sich selbst aber nach links radikalisiert hatte. Das legen Aussagen von Freunden nahe und die Botschaften, die er auf seine Waffe geschrieben hatte, darunter Sprüche wie «Hey Faschist, fang!» und «Bella ciao», eine Hommage an das alte Partisanenlied aus Italien. Tyler Robinson lebte mit einer Transperson zusammen. War das sein Motiv, Kirk zu töten, der die Transideologie ablehnte und das Thema immer wieder debattierte?

Für Linke hier wie dort haben all diese Beweise keinen Bestand. Für sie kam er aus einer republikanischen Familie und war deshalb selbst Republikaner. Beweise für diese wilden Vermutungen liefert man nicht. Stattdessen behauptet man einfach und unterstellt der Gegenseite, sie würde einfach Fake News verbreiten. Ich sage ja: Gaslighting.

Seit Jahren erleben wir nun die Auswüchse linken politischen Gaslightings. Zu keinem Zeitpunkt hat es mich so verrückt gemacht wie jetzt. Als Charlie Kirk starb, ist etwas in mir kaputtgegangen. Und nicht nur das. Es war, als würde ein Familienmitglied sterben. Ich konnte nicht essen, nicht schlafen. Ich war und bin tieftraurig.

«Wenn die Menschen aufhören, miteinander zu reden, passieren schlimme Dinge», sagte er.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen Deutschen verfolgte ich Kirks Arbeit schon seit vielen Jahren, habe immer wieder die Videos seiner Debatten geteilt, es bedauert, dass wir so jemanden nicht in Deutschland haben. Er hinterlässt eine riesige Lücke im konservativen Spektrum, und diese geht weit über die USA hinaus. Und das auch und gerade, weil nicht mal ich selbst mit allen seinen Positionen übereinstimme.

Wie die meisten amerikanischen Konservativen ist Kirk sehr gläubig und strikt gegen Abtreibung, selbst bei Vergewaltigung, gewesen. Eine Position, die ich nicht teile, was jedoch überhaupt nichts zur Sache tut. Denn wenn Charlie Kirk eines vorgelebt hat, dann Debattenkultur. Dass man über alles miteinander diskutieren kann und sollte. «Wenn die Menschen aufhören, miteinander zu reden, passieren schlimme Dinge», sagte er einmal am Rande einer Veranstaltung. Die politische Linke hat in weiten Teilen genau das getan. Sie ist nicht nur nicht mehr erreichbar für Argumente, sie ist nicht mal mehr erreichbar für klare Fakten, während man zugleich anderen unterstellt, Fake News zu verbreiten.

Wie lebt man mit einer solchen Masse an Menschen zusammen, die zwar Empathie für jeden kriminellen Migranten und jeden Terroristen aus Gaza empfinden, weil diese Menschen aufgrund von Religion und Hautfarbe in ihre rassistische Opferhierarchie passen, aber völlig ungerührt auf den politischen Mord an einem jungen Familienvater reagieren, der Millionen von Menschen etwas bedeutet hat? Darunter viele, die sich schon lange nicht mehr trauen, ihre Meinung zu sagen, und denen Charlie Kirk eine Stimme gegeben hat.

 

Was viele aus dem linken Lager sagen, ist de facto: Er war wie Hitler. Und weil er wie Hitler war, ist der Mord an ihm nicht nur gerechtfertigt, sondern ein gebotener Akt gegen den Faschismus. Und wer wie Hitler ist, entscheiden Leute, die es schon als faschistisch empfinden, wenn jemand mit den falschen Pronomen angesprochen wird.

Das Ironischste daran ist, dass sie an Kirk das kritisieren, was sie bei muslimischen Zuwanderern immer ausblenden. Würden sich diese Menschen einmal wirklich mit der Weltsicht ihrer muslimischen Schützlinge auseinandersetzen, wüssten sie jedoch, dass alles, was Kirk jemals gesagt hat, ein Kindergeburtstag ist im Vergleich zu dem, was der überwiegende Teil der Muslime über Trans-, Homosexualität und Co. denkt.

Kirk hat genau diese Widersprüche der politischen Linken immer und immer wieder offengelegt, und genau deshalb wird er auch hier so fehlen. Weil deutsche Konservative lieber bei der linken Scharade mitmachen, als sie zu enttarnen. Weil sie feige sind, wo er mutig war.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.