Jacqueline van Maarsen litt darunter, stets im Schatten ihrer Schulfreundin Anne Frank zu stehen. In einem Interview sagte sie einmal: «Ich wollte meine eigene Identität haben und nicht mein Leben lang als Anne Franks Freundin bekannt sein.» Obwohl sie sich verpflichtet fühlte, Annes Erinnerung zu bewahren und zu ehren, empfand sie es als schmerzhaft, oft auf diese eine Rolle reduziert zu werden. Annes weltberühmtes Tagebuch drängte ihr eigenes Leben und ihre Erfahrungen in den Hintergrund. Während Anne zum Symbol für das Leid jüdischer Kinder im Holocaust wurde, blieb Jacqueline weitgehend unbekannt – eine Kluft, die ihr stets zu schaffen machte.
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