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Horrorvision für die Staatsfinanzen

Die amerikanische Verschuldungsquote soll im laufenden Jahr von 119 auf 143,4 Prozent steigen. Als Anleger darf man den Finanzplänen der US-Regierung kaum noch glauben.
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Die Herbstprognose des IWF zeigt etwas nachgebesserte Erwartungen für das Weltwirtschaftswachstum im laufenden Jahr und bestätigt den rückläufigen Inflationstrend weltweit. In den Zusammenfassungen der Ergebnisse nicht enthalten ist jedoch die eigentliche Horrorvision für die amerikanischen Staatsfinanzen. Die Schätzungen für die US-Staatsdefizite und -schulden sind im Oktober-2025-Gutachten kräftig nach oben revidiert worden. Die für 2030 erwartete Verschuldungsquote soll von 119 Prozent im Jahr 2025 auf 143,4 Prozent steigen. Bisher wurden 128,2 Prozent erwartet. Weshalb wird die Verschuldungsquote dermassen stark ansteigen?

Gewaltige Differenzen: prognostizierte Entwicklung der US-Staatsschulden.

 

4 Billionen mehr, als vom IWF erwartet

Das nominelle Wirtschaftswachstum soll zwar etwas schwächer ausfallen, aber die Differenz zu den bisherigen BIP-Schätzungen stellt sich bis 2030 auf nur 0,9 Prozent. Es liegt auch nicht an den erwarteten Ausgaben, die in den nächsten fünf Jahren 65,25 Billionen Dollar betragen sollen. Dieser Betrag liegt nur unwesentlich über den bisherigen Schätzungen von 65,20 Billionen.

Privatsektor, Unternehmen und Hypothekarschuldner werden betroffen sein.

Der grosse Unterschied liegt bei den Einnahmen. Bisher ging der IWF von 55,7 Billionen Dollar aus. Nun sollen es nur noch 51,8 Billionen sein. Deshalb sollen die US-Staatsschulden bis 2030 um 14,5 Billionen beziehungsweise 38 Prozent erstmals über die 50-Billionen-Marke, auf 52,8 Billionen, ansteigen. Das bedeutet über 4 Billionen mehr als bisher vom IWF erwartet. Für 2025 wurde die Schätzung für die US-Schulden um 925 Milliarden auf 38,3 Billionen erhöht (Stand 16. Oktober: 37,97 Billionen). Für die Kapitalmärkte bedeuten die neuen Schuldenprognosen ein jährliches Emissionsvolumen von 2,9 Billionen Dollar. Ob solche Volumina ohne höhere Zinsen zu bewältigen sind, muss mehr und mehr bezweifelt werden, zumal die Portfolios der Grossanleger bereits mit US-Staatspapieren vollgestopft sind und sich ausländische Anleger, vor allem Notenbanken, zusehends beim Erwerb amerikanischer Staatspapiere zurückhalten. Die Drohung, ausländischen Haltern von US-Schulden eine Sondersteuer abzuverlangen, hat das Klima zusätzlich vergiftet.

Für das Budget 2026 der Trump-Regierung und des Parlaments liegen noch keine verlässlichen Zahlen vor. Die Differenzen zwischen den Republikanern und den Demokraten über das Budget sind ja auch der Grund für die derzeitigen Shutdowns von Teilen der US-Administration. Vergleicht man die IWF-Schätzungen mit dem letzten Budget der Biden-Regierung, stellt man gewaltige Differenzen fest. Die bereits ausgabenfreudige Biden-Regierung ging für 2030 von 45,9 Billionen Dollar Schulden aus, was einer Schuldenquote von 127,6 Prozent entsprechen würde. Bidens Leute rechneten für 2030 noch mit Einnahmen von 7,2 Billionen und Ausgaben von 8,8 Billionen. Der IWF geht hingegen von 11,3 Billionen Einnahmen und Ausgaben von 14,1 Billionen Dollar aus. Solche Riesenunterschiede zwischen der US-Regierung und den IWF-Schätzungen zeigen, dass man als Anleger den Finanzplänen der US-Regierung kaum noch glauben darf. Steigen die Zinsen wegen des immensen Neuemissionsvolumens, werden auch der Privatsektor, die Unternehmen und die Hypothekarschuldner betroffen sein.

Die Fed kann ihre Leitzinsen zwar weiter senken, aber deswegen müssen die Kapitalmarktzinsen nicht zwingend folgen. Die Fed könnte deshalb gezwungen sein, wieder Staatspapiere aufzukaufen. Diese Monetarisierung der Staatsschulden würde aber die Anleger zusätzlich beunruhigen. Sie werden wohl in andere Währungen flüchten, wozu leider auch der Schweizer Franken gehört, der einen Aufwertungsschub erfahren könnte.

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