Robert E. Page:
Die Kunst der Bienen, C. H. Beck, München, 2025, 1. Auflage, 306 Seiten, gebunden. Fr. 44.90
Robert E. Page unternimmt mit dem Buch «Die Kunst der Bienen» einen spannenden und kenntnisreichen Streifzug durch die Welt der Honigbienen. Dabei verbindet der Amerikaner die Gebiete Genetik, Verhaltensforschung, Evolution und Ökologie: Bienen als Landschaftsgestalter, Co-Evolutionspartner von Blüten und als Gründer komplexer Sozialgesellschaften.
Page verwendet dafür Laborbefunde, Feldbeobachtungen und historische Einsichten. Das Kapitel über den Gesellschaftsvertrag und die Idee der Honigbienenvölker als Superorganismus sind besonders interessant, weil biologisches Fachwissen dabei in grosse, gut verstehbare Bilder übersetzt wird.
Kritisch wird der Autor vor allem dann, wenn er die menschlichen Auswirkungen auf die Bienenlebensräume analysiert. Zugleich vermittelt er Hoffnung durch Beispiele erfolgreicher Naturschutzpraxis. Manche Kapitel sind knapp und verlangen Vorkenntnisse, doch das schmälert in keiner Weise die erzählerische Kraft dieses Buchs.
Der renommierte Bienenforscher Page lässt Jahrzehnte Erfahrung ins Buch einfliessen und stösst Debatten an. Wer wissenschaftliche Tiefe mit erzählerischem Schwung schätzt, findet hier Erkenntnisse und immer wieder Anlass zum Staunen über das für die Biodiversität so wichtige Insekt.