Die Kamera bleibt drauf. Ein Mann stürzt, ein Land konsumiert. In der Netflix-Dokumentation «Babo – Die Haftbefehl-Story» vollzieht sich vor unseren Augen nicht nur der Zerfall eines Rappers, sondern die Entblössung eines kollektiven Nervensystems, das auf Reize reagiert, aber nicht mehr auf Schmerz. Das Röcheln eines erschöpften Körpers wird zum akustischen Symbol einer Gesellschaft, die ihre Empathiefähigkeit an Algorithmen delegiert hat. Schnell spürt man: Diese Geschichte ist grösser als ihr Protagonist.
Wirklichkeit, die sich selbst int ...