Fängt nicht jede Kulturkritik, ob am Stammtisch oder vom Katheder, mit Fragen der Ästhetik an? Und tritt das, was die Kultur ausmacht, nicht im Kleinsten und Banalsten zutage, nämlich in uns, den Menschen – und vielleicht besonders in den Menschinnen?
Natürlich gibt es sie noch, diese Menschinnen, und eine von ihnen kreuzte auf der Strasse gerade meinen Weg: Eine Hand steckte in der Tasche des cremefarbenen Mantels mit dem Taillengürtel, die andere hielt einen kleinen Regenschirm, den Kopf («das Haupt», möchte ich fast sagen) mit dem zusammengebundenen Haar trug sie auf einem souverän aufgerichteten Rückgrat, und der harte Aufschlag der schwarzen Wildlederstiefel erin ...