Bücher der Woche
Gutes Versteck: eine Autobiografie
Zora Neale Hurston: Spuren im Staub. Nagel und Kimche. 432 S., Fr. 34.90
Die Versuchung ist gross, durch den Schleier einer Autobiografie die Person zu beurteilen, die sich in den Schleier dieser Autobiografie hüllt. Gerade bei Zora Neale Hurston (1891–1960), der bekanntesten Autorin der Harlem Renaissance, ist diese Versuchung besonders gross. Die Schriftstellerin und Anthropologin aus Florida, die zwischen den beiden Weltkriegen mit Romanen, Musicals, Essays und ethnologischen Schriften für Aufsehen sorgte, die ihr Alter um zehn Jahre senkte und die in einen Plagiatsskandal geriet, hielt sich, was ihr Privatleben betrifft, stets bedeckt – und verleitete gerade damit zu allerlei Spekulationen. Und weil sie in den 1950ern vollkommen in Vergesse ...

