Spätestens ab Mitte April spüre ich den Frühling in jedem Glied, und dann werde ich anfällig für romantischen Unsinn. Zum Beispiel entdeckte ich kürzlich in einem kleinen Kunsthandwerksladen handgeblasene Glaskugeln, in denen auf den ersten Blick nichts drin ist. Aber Ruedi, der Kunstglasbläser, der sie herstellt, erklärte mir, jede Kugel bewahre den Atem eines Kusses. «Ein Kuss ist flüchtig», sagte Ruedi, aber in meiner Kugel bleibt er ewig.» Ich fragte, ob die Kugel auch den Atem eines Streits konservieren könne, denn das wäre bei meiner Ex-Freundin nützlicher gewesen. Ruedi lachte nicht. Stattdessen entnahm er einer Vitrine eine faustgrosse Glaskugel und sagte: «Da d ...